Nur Gedanken

May 31, 2007

BILD ENTLARVT SICH SELBST

Filed under: Panorama - word2go @ 11:39 pm

 

Da sieh mal an. Einen Tag lang ist Bob Geldof Chefredakteur der BILD und was kommt dabei heraus? Eine richtig gute Zeitung und eine Frage: wenn man es bei der BILD doch eigentlich könnte, warum tut man es dann nicht?

May 27, 2007

POLITISCH UNKORREKTE SONNTAGSFRAGEN

Filed under: Panorama, Satirisches - word2go @ 2:34 pm


Samstag abends zuhause vor der Glotze zu sitzen bringt’s irgendwie nicht. Es bleiben einfach zu viele offene Fragen:

1. Haben die Clubberer nun endlich einen positiven Identifikationsgrund und schaffen es von notorischen FC Bayern Hassern zu richtigen Club-Fans zu werden?

2. Ist es eigentlich Gutmenschenschicksal, dass mich dieser Eric Cartman bei South Park immer so an die Herren Herre, Broder oder Miersch erinnert?

3. Haben die in der Jako-Arena Bamberg mit dem Abrahamkampf ehrlich darauf gewartet, dass die Tagesthemen vorbei gehen und der Pfaffe endlich sein Wort zum Sonntag zusammengestöpselt bekommt?

4. Hat der Pfaffe einen Sprung in der Schüssel, wenn er behauptet, der heilige Geist sei so etwas wie der Download Gottes?

5. Ist dann die Kirchensteuer etwa die Flatrate Gottes?

May 25, 2007

In Phillies Bar

Filed under: Schriftwerk - word2go @ 7:06 am

Dämmerlicht, ein Ort im Schatten.
Gemurmel das auf die Straße dringt.
Ein Mann mit Hut am Ende der Bar
Betrachtet das Pärchen… gelangweilt.

Der Barkeeper bückt sich nach Eis.
Scotch und Lemon Soda sind verlangt.
Der Einsame bricht das Schweigen
Und brabbelt voll Verzweiflung.

Gelebt habe er, ja gelebt.
Aber wozu?
Um nun vor die Hunde zu gehen?
Die Welt ist grausam, ja.

Was denn passiert sei?
Vertraulich beugt sich der Barkeeper zu ihm hinüber.
Hunderte Male zuvor hat er dieses Spielchen schon getrieben.
Ein wenig Freundlichkeit.

„Gestern ist sie gegangen, einfach so.
Ohne vorher ein Wort zu sagen.
Kann ich etwas dafür, dass ich einen Job habe?
Einen der Zeit kostet.

Ja, gestern ist sie gegangen.
Hat ihre Koffer gepackt und war weg.
Nicht dass sie einen anderen Mann hätte. Nein!
Sie wollte einfach nicht mehr so leben.

Sehen Sie das Pärchen dort drüben?
Fällt Ihnen etwas auf?
Nein? Dann sag ich es Ihnen.
Sie reden nicht.“

Gesprächsfetzen erhaschend, unangenehm berührt,
wendet der Mann neben dem Mädchen dem Sprecher sein Gesicht zu.
Aber ihm fehlt der Mut.
„Schluck den Frosch, schluck ihn!“

„So ist das im Leben! Reden hilft!“
Phrasendreschend verliert sich der Einsame.
Ja, reden hilft denkt sich der Barkeeper.
Aber hier ist der falsche Platz.

Eine Bar ist ein Ort des Vergnügens.
Dort treffen sie sich. Die Suchenden.
Und was sie finden bestimmen sie selbst.
Trost, Zuneigung oder nur den kurzen Kick.

Und die Medizin ist immer die Gleiche.
Noch eine Bourbon? Ja, sofort.
Mit oder ohne Eis? Die Flasche gleich auf den Tisch?
Na gut, die Hocker sind versenkt.

„Darling, hast Du nicht etwas vergessen?“
In den Augen einer Frau zu lesen war nie seine Stärke.
Ein kurzer Augenblick nur,
dann war die Ahnung dahin.

„Was sollte ich vergessen haben? Deinen Geburtstag?“
„Nein!“
Konnte er so gefühllos sein?
Konnte er vergessen, wann sie sich das erste Mal trafen?

Schweigen, Momentanaufnahmen, Zeitlupe.
Durch den dampfigen Rauch versucht er sein gegenüber zu studieren.
Attraktiv, durchaus. Kantig und gut gebaut.
Ein Frauentyp.

Auch seine Begleiterin war hübsch.
Grüne Augen, verstohlener blick, rote Locken.
Eine typische Erscheinung ihrer Zeit.
Feste Brüste, den Po konnte er nicht sehen.

„Weißt Du es wirklich nicht?“
Ja verdammt, was will sie denn?
Denn ganzen Tag geht das nun schon so.
Den ganzen Tag.

Er war so schön, der erste Abend.
Auf einer Cocktailparty.
Draußen auf der Veranda,
der Garten nach Rosen duftend.

„Wenigstens eine Rose hättest Du mir schenken können!“
Der Barkeeper hebt die rechte Augenbraue.
Unangenehme Atmosphäre.
Stille im Raum.

Eine Sirene durchschneidet das Schweigen,
rotes Licht jagt durch den Raum,
bricht sich in den Scheiben,
reflektiert im Holz der Mahagonibar.

Nur für eine Sekunde ist sie verschwunden,
dann verdrängt die Spannung wieder die Luft.
Mit einem lauten Klacken entzündet sich ein Feuerzeug,
gefolgt von erleichtertem Einatmen.

„Zahlen bitte!“
Mantelrauschen, Wechselgeld klimpert auf den Tresen.
Unterdrückte Tränen beklemmen den Hals.
Betroffenheit trifft Augenpaare.

Dann ist es wieder still in der Bar.
Die Tür pendelt, der Barkeeper trocknet ein Glas.
Der Einsame blickt sich über die Schulter.
„Ja, so ist das.“ Noch ein Glas spendet Trost.

May 19, 2007

SOLAR ODER FOTOVOLTAIK?

Filed under: Politisches, Umwelt - word2go @ 9:23 am

So, mit einiger Verspätung. Danke Telekom!

Seit Ende November 2006 sind wir stolze Besitzer einer thermischen Solaranlage. Sechs Kollektoren mit einer Gesamtfläche von knapp 14 Quadratmetern erhitzen seither Dusch- und Badewasser, sowie die Fußbodenheizung. Die Finanzierungskosten von knapp 12000€ förderte die KfW mit 6000€. Bei mittlerweile 143 Tagen Laufzeit erzeugte die Solaranlage 1971 kWh und sparte damit bereits 197 Liter Öl. Auf’s Jahresmittel umgerechnet beträgt die jährliche Einsparung voraussichtlich ca. 700 Liter Öl und damit ein Viertel des bisherigen Jahresverbrauchs (2800l). Eine Ausbeute, mit der wir sehr zufrieden sind, denn beim aktuellen Heizölpreis hätten sich die Kosten der Anlage in 15-18 Jahren amortisiert. Berücksichtigt man allerdings die Prognosen der großen Erdölkonzerne, die ab dem Jahr 2010 einer jährlichen Nachfrageerhöhung von 2% einen jährlichen Förderrückgang von 3% gegenüberstellen, also einen sich jährlich um 5 % steigernden Versorgunsengpass voraussagen - man bedenke, die Ölschocks in den 70er Jahren waren das Ergebnis eines einmaligen Versorgungsengpasses von 5% mit Preissteigerungsraten von 300-400% - ist selbst nach konservativen Schätzungen zu erwarten, dass sich der Heizölpreis in den nächsten Jahren mindestens verdreifachen wird. Die Anlage hätte sich in diesem Fall also bereits viel früher abbezahlt.

Vor der Installation gab es im Familienkreis jedoch heftige Diskussionen um Anlagentypen, deren jeweilige Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Da unser Dach zu klein war, um sowohl eine thermische, als auch eine Fotovoltaikanlage zu errichten (bzw. die Schleppgaube in der Dachmitte zuviel Schatten auf die Fotovoltaikanlage geworfen hätte), mussten wir uns entscheiden und sammelten daher reichlich Informationen und Argumente für und wider die jeweiligen Typen, die ich im Folgenden kurz darstellen will.

Um es gleich vorweg zu sagen: am Ende entschieden nicht die Vorteile oder Schwachpunkte des einen oder anderen Systems, sondern ganz banal der eigene Bedarf. Der ans Haus angeschlossene Friseursalon verbraucht täglich mehrere hundert Liter Wasser (zum Vergleich: der tägliche Wasserverbrauch liegt in Deutschland bei 126l pro Kopf; Amerika 382l p.k.) und es wäre wirtschaftlicher Unsinn gewesen, diese Verbrauchsspitzenzeiten nicht mit den Spitzenzeiten der Sonneneinstrahlung zu koppeln, denn so ist seither selbst an schattigen Wintertagen der Warmwasserbedarf des Salons gedeckt.

Nun gut, der erste Diskussionspunkt war eher ideologischer Natur. Während eine thermische Solaranlage vom ersten Moment an sichtbar Energieressourcen einspart, weil sie - auch wenn es sich hier nur um einen marginalen Bruchteil handelt - die Nachfrage nach Erdöl verknappt, wirkt eine Fotovoltaikanlage während der ersten 20 Jahre nur auf der Angebotsseite. Der im eigenen Heim erzeugte Strom muss nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre lang ins Netz eingespeist werden und auch wenn Fotovoltaikanbieter gerne die "vermiedenen" CO2-Emissionen anführen, sind diese Werte nur für den Idealfall errechnet, also für den Fall, dass der von der Fotovoltaikanlage erzeugte Strom dieselbe Menge an industrieller Produktion vollständig substituiert. Die Realität sieht jedoch anders aus: Solarstrom wird von den Netzbetreibern meist lediglich zur Erfüllung von Spitzenlasten herangezogen, während gerade die großen Energieunternehmen noch immer nennenswerte Überkapazitäten produzieren, um billigen Strom auf den Markt zu pressen und damit die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Anbieter zu schädigen, weshalb kaum nachprüfbar ist, ob und wann der eingespeiste Fotovoltaikstrom denn nun wirklich zu einer Verminderung der industriellen Stromproduktion und damit zur Verminderung der CO2-Emission beiträgt. Zudem kann man sich erst nach 20 Jahren entscheiden, ob man die Anlage vom Netz nimmt, um den Hausstrom autonom zu erzeugen und damit direkt die Energienachfrage zu verknappen, oder einen neuen Einspeisungsvertrag mit den Stromanbietern schließt. Kurzfristig hat die thermische Solaranlage gegenüber der Fotovoltaikanlage also einen unmittelbaren Nachhaltigkeitsvorteil, langfristig gleichen Fotovoltaikanlagen, natürlich nur unter der Zusatzbedingung, dass immer mehr Haushalte auf Fotovoltaik umsteigen und damit zur Deckung der Grund- und Mittellasten des bundesdeutschen Stromverbrauchs beitragen, diesen Vorteil wieder aus.

Dies bringt mich zum zweiten Diskussionspunkt, denn Regierung und Stromkonzerne haben den Haushalten in den letzten Jahren massive Anreize geschaffen, die langfristigen Nachhaltigkeitsvorteile der Fotovoltaik Wirklichkeit werden zu lassen. Jeder Hausbesitzer, der eine Dachfläche von etwa 8-10qm (Nennleistung ca 1,00 kWp) zur Verfügung hat, kann sich nach dem EEG eine Fotovoltaikanlage leisten, denn sie lässt sich nach Wunsch praktisch von Beginn an gewinnbringend, bzw. kostenlos anschaffen: dann nämlich, wenn man die Laufzeit des Anschaffungskredits so einstellt, dass die Einnahmen aus der Stromerzeugung die Kreditzinsen übersteigen, bzw. finanzieren.

Wir hatten uns im August letzten Jahres deshalb ein Angebot für eine 6,00 kWp-Anlage zu einem Anschaffungspreis von 26.500€ netto machen lassen. Bei einer Kreditlaufzeit von 16 Jahren und einem einem Eigenanteil von 0€ lag der Zinsatz der KfW bei 4,2%. Das Hausdach ist nach Süden ausgerichtet und hat einen Neigungswinkel von 30 Grad, weshalb die Einspeisungvergütung/Förderung 0,518€/kWh (Mindestförderung bei Gebäuden: 0,492€/kWh) betragen hätte. Ich habe einmal einen der vielen Online-Fotovoltaik-Förderrechner mit diesen Daten gefüttert und das Ergebnis spiegelt ziemlich genau das damalige Angebot wider:






Nach einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren hätten wir mit dieser Anlage 14716,40 € verdient, ohne auch nur einen einzigen Cent zu investieren. Natürlich lässt sich dieses Ergebnis bedeutend steigern, wenn man die Kreditlaufzeit verkürzt und in den ersten Jahren dazuzahlt. Fotovoltaik ist somit als Anlageform eine äußerst rentable Sache, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass keine zukünftige Regierung das EEG kippt oder die Anlage durch Steuerreformen unrentabel macht. Was politisch jedoch grundsätzlich fehlt, ist die notwendige Aufklärung der Bürger über den finanziellen Vorteil der Fotovoltaik und die damit verbundenen Nachhaltigkeitschancen. Hätten wir uns nicht im Anschluss an das Angebot so umfassend informiert, wir hätten den Heizungsbauer weiterhin für einen Scharlatan gehalten. Das Angebot klang absolut unglaubwürdig, denn wer schenkt einem schon Geld.

Einen entscheidenden Nachteil gegenüber der thermischen Solaranlage hat Fotovoltaik dann aber doch noch. Dieser betrifft die Energieeffizienz, bzw. den Wirkungsgrad, der bei der thermischen Solaranlage 3-4 Mal höher ist, was nichts anderes heisst, als dass die thermische Solaranlage fossile Ressourcen wesentlich effektiver schont.

Abschließend kann man sagen, dass meine Erfahrungen in unserem Fall zeigen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hätte, beide Formen der solaren Energieerzeugung zu installieren. Wenn man sich jedoch entscheiden muss, ist zu beachten, dass die thermische Solaranlage aus ökologischer, die Fotovoltaikanlage aus finanzieller Sicht nutzenbringender ist. Was natürlich nur für einen direkten Vergleich zählt. Aus wirtschaftlicher und umweltpolitischer Sicht sind beide alternativlos, zumindest solange, bis die Brennstoffzelle Massenwirtschaftstauglichkeit aufweist.

May 16, 2007

GEH LECK! ENDLICH

Filed under: Panorama - word2go @ 10:01 am

klappt das mit der Telekom.

So ist es eben, wenn man in einem kleinen fränkischen Kaff wohnt und damit auf Gedeih und Verderb einem quasi-streikenden Quasi-Monopolisten ausgeliefert ist. Nahezu drei Wochen hat meine Internetzwangspause gedauert und ich kann Euch nun eine Hitliste von dem präsentieren, was definitiv kein Spass ist:

Platz 3: hätte ich nie gedacht, denn ich blogge ja immer nur nach Lust und Laune und lasse schon mal Wochen und Monate zwischen einzelnen Einträgen vergehen. Aber bloggen wollen und nicht können, das grenzt an Folter. Und Themen hätte es ja in den letzten Wochen genug gegeben.

Platz 2: Muffige Servicemitarbeiter der Telekom, die den Streik der Anderen als Sündenbock für das eigene Unvermögen vorschieben. Solidarität? Pustekuchen! Kein Wunder, dass sich Obermann bei diesem Personal traut, mal schnell 150 Jahre an korporatistischen Errungenschaften mit Füßen zu treten. Aber wahrscheinlich sind die Servicemitarbeiter eh mehr Shareholder denn Stakeholder und es ist ihnen Wurscht, ob sie nur outgesourct oder gleich kaltgestellt werden. Die Kursgewinne holen das schon wieder rein!

Platz 1: Elevatormucke! Unangefochten! Wenn ich irgendwann in meinem Leben nur noch ein einziges Mal, eine einzige Minute, dieses Pseudojazzgedüdel in der Warteschlafe der Servicehotline der Telekom anhören muss, dann laufe ich Amok! Stunden wurden zu Tagen eines kleinen empirischen Beweises: nach genau einer Stunde, 16 Minuten und 32 Sekunden Düdeldidüdeldodüdeldums erlöst dich nicht ein netter Mitarbeiter, sondern das Besetztzeichen von deinem Martyrium.

Halt, eines habe ich vergessen. Der Spitzenplatz ist so konkurrenzlos spitze, dass er hier außer Konkurrenz läuft. Wenn man dann nämlich nach 7 Versuchen, also genau nach 8 Stunden, 55 Minuten und 44 Sekunden, am 5. Mai 2007 mit Holden Caulfield auf der linken und dem Manchurian Candidate auf der rechten Schulter in den T-Punkt fährt, die muffige Mitarbeiterin den Prozess öffnet, man ganz genau lesen kann, dass da als Ausführungsdatum 16.05. steht, die Mitarbeiterin aber darauf beharrt, dass der Auftrag bereits ausgeführt und wohl unser DSL-Anschluss defekt sei und - natürlich gegen Bares - neu bereitgestellt werden müsse… dann lehnt man sich am besten zurück, lässt die Lügen Lügen sein und widmet sich den unmittelbaren Genüssen der ersten Dimension. Denn man weiss, dass am 16.05.07 der Internetanschluss plötzlich auf wundersame Weise funktionieren und die Welt wieder in Ordnung sein wird.

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