FOLTERNDE NACHRICHTENDIENSTE UND POLITISCHE NAIVITÄT
23.07.2013 - Auszug Polizeiverhör
Leiter: HK Mooslecher
Verdächtiger: Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister a.D.
M: Herr Schäuble, wo waren Sie in der Nacht zum 14. Juli?
S: Zu Hause, ich habe geschlafen.
M: Haben Sie hierfür Zeugen?
S: Nein.
M: Wann haben Sie Herrn Özdemir zuletzt gesehen?
S: Ich kenne Niemanden mit diesem Namen.
M: Wie erklären Sie sich dann, dass Ihr Fingerabdruck auf die Waffe kam, mit der Herr Özdemir erschossen wurde?
S: Ich habe dafür keine Erklärung.
M: Ist es nicht so, dass Sie in der Nacht zum 14. Juli im 5. Stock des Anwesens Schillerstrasse 7 Herrn Özdemir aufgesucht haben und mit ihm in Streit geraten sind, weil er Protokolle von Folterungen durch Agenten des BND aus dem Jahr 2008 veröffentlichen wollte?
S: Ich kenne keinen Herrn Özdemir.
M: Ist es nicht so, dass es zu einem Handgemenge kam, in dessen Folge Sie Herrn Özdemir erschossen?
S: Ich kenne Herrn Özdemir nicht und war nie in dessen Wohnung.
M: Herr Schäuble, wissen Sie, welche Protokolle Herr Özdemir veröffentlichen wollte?
S: Ich habe keine Ahnung.
M: Das überrascht mich, denn es sind Aufzeichnungen einer Befragung, die auf Ihr Ansinnen durchgeführt wurde.
S: Das ist Unsinn, als Innenminister hatte ich dazu nicht die Befugnis.
M: Herr Schäuble, wir sind in Besitz eines internen Memos, das wir in Herrn Özdemirs Wohnung gefunden und das Sie unterzeichnet haben. Darin fordern Sie, mit dringendem Verweis auf die innere Sicherheit, dass die Verhörenden notfalls zu den äußersten Mitteln greifen sollen.
S: So etwas habe ich nie geschrieben, das ist eine Verschwörung!
M: Mir sieht es eher danach aus, dass Sie mit dem Mord an Herrn Özdemir die damalige Aktion vertuschen wollten. Ist es nicht so?
S: Nein, so ist es nicht. Hier wird versucht, mir etwas in die Schuhe zu schieben.
M: Aber Ihre Fingerabdrücke sind auf der Waffe.
S: Ach kommen Sie, Sie wissen doch genau, wie einfach es für Angestellte der Bundesbehörden ist, an jeden x-beliebigen Fingerabdruck zu kommen, seit 2007 das Zentralregister eingeführt wurde.
M: Das ist ein schwerer Vorwurf, den Sie da erheben.
S: Papperlapapp!
M: Dann erklären Sie mir doch bitte, wie sich diese "Verschwörung" zugetragen haben soll.
S: Das darf ich nicht. Das betrifft die innere Sicherheit.
M: Wie bitte? Sie meinen die Verschwörung gegen Sie?
S: Nein, die Art und Weise der Beschaffung.
M: So etwas ist also schon öfter vorgekommen?
S: Dazu darf ich nichts sagen.
M: Jetzt hören Sie mir mal zu! Sie sind der Hauptverdächtige hier und uns liegen eine ganze Menge an Indizien vor. Es ist in Ihrem Interesse, ihre Unschuld zu beweisen!
S: Nein, es ist Ihre Aufgabe meine Schuld nachzuweisen.
M: Herr Schäuble, ich darf Sie zitieren: "Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche? Nach meiner Auffassung wäre das falsch".
S: Wann soll ich das gesagt haben?
M: In einem Stern-Interview vom April 2007.
S: Aber das tut doch hier gar nichts zur Sache! Die Aussage betraf doch Terroristen, kriminelle Elemente, die die Staatssicherheit gefährdeten. Dieses Verbrechen wurde doch bereits begangen.
M: Um so mehr haben wir in Ihrem Fall Grund, die Unschuldsvermutung fallen zu lassen. Jetzt mal Tacheles! Wir haben Anhaltspunkte zu glauben, dass die damals von Ihnen veranlasste Befragung Auftakt zu einer konzertierten und höchst illegalen Aktion mehrerer europäischer Geheimdienste war, die darauf zielte, Unruhen auszulösen, um in der Folge schärfere Sicherheitsgesetze durchsetzen zu können. Wir haben auch Anhaltspunkte dafür, dass Herr Özdemir in Besitz von Informationen über diese Aktion war. Informationen, die nicht nur Sie schwer belasten, sondern auch ein verheerendes Bild auf das vorgehen der europäischen Sicherheitsdienste werfen.
S: Was für eine widersinnige Theorie. Das ist doch lächerlich!
M: Das werden wir sehen. In welcher Verbindung standen Sie im Frühjahr 2008 zu Herrn Nicolas Sarkoszy?
S: In keiner anderen, als der offiziellen!
M: Wie kommt es dann, dass Herr Sarkoszy in dem Abschiedsbrief, den er bei seinem Selbstmord vor zwei Wochen hinterließ, ausdrücklich bereut, dass er sich 2008 auf die von Ihnen geplante "Operation EOS" eingelassen hat?
S: Das ist eine Lüge! Es gibt weder einen Abschiedsbrief, noch eine Operation EOS.
M: Sie geben also vor, nie etwas über die Operation "Élimination des Objets Subversives" gehört zu haben?
S: Das ist richtig.
M: Herr Schäuble, ich verliere langsam die Geduld. Was Sie hier sehen, ist ein Schreiben des Bundesinnenminsters. Es besagt im Grunde, dass in hohen Kreisen befürchtet wird, dass Sie und Herr Sarkoszy Teil eines verschwörerischen Netzwerkes waren, bzw. sind, das den Frieden und die Sicherheit Europas gefährdet, weshalb es mir erlaubt ist, jegliche Mittel anzuwenden, die Sie zum Reden bringen könnten.
S: Das dürfen Sie nicht! Ich habe nichts zu verbergen! Das ist eine Verschwörung! Ich sitze im Rollstuhl! Das Haus in dem Özdemir wohnte hat keinen Fahrstuhl, ich kann es nicht gewesen sein!
M: Sie kennen Herrn Özdemir also doch?!
S: Ich sage nichts mehr ohne meinen Anwalt!
M: Oh doch, das werden Sie!
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Der Rest des Protokolls ist aus Gründen der nationalen
Sicherheit nicht öffentlich und wurde entfernt.
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Nette Geschichte. Spammt ihn mal damit zu.
Comment by Tim — April 23, 2007 @ 8:22 am
Hör’ bloss auf! Der kommt sonst noch auf Ideen:)
Comment by word2go — April 23, 2007 @ 8:52 am
ZukunftsVisionen: Interview mit Schäuble
Bei word2go wurde ein Interview mit Schäuble veröffentlicht. Sehr realistisch würde ich sagen, nur, dass es am 23.07.2013 statt gefunden hat … wird … äh
Damit das Protokoll jugendfrei bleibt wurden die gefährdenden Teile nicht veröffentli…
Trackback by Lernziel — April 23, 2007 @ 3:14 pm