Nachdem das Thema „Politically Incorrect“ in den letzten Tagen endlich auch
Wogen in den
höheren Rängen der Bloggerliga erzeugt hatte und sogar eine Art
Unterstützerliste initiiert wurde, ist es nun wieder ruhiger geworden um das „politisch inkorrekte Weblog in Deutschland“. Wie zu erwarten war, versandete die Kampagne zum Einen in der kritischen Selbstreflektion – diesmal in der Debatte von Meinungsfreiheit wider Political Correctness – zum Anderen zeigte sich wieder einmal eine
Protestkultur, die der Blogosphäre innezuwohnen scheint: man erleichtert sein Gewissen, schließt sich dem Protest an und sonnt sich dann im Glücke des gezeigten guten Willens. Das soll kein Vorwurf sein, denn
in anderen Fällen kann man über dieses Verhalten schon mal hinwegsehen, diesmal jedoch nicht. Das Thema PI ist zu wichtig, als das man es „abnudeln“ und dann ad acta legen darf. Es geht ja letztendlich um nicht Weniger als die Frage, wie wir als liberale Demokratie mit der Bedrohung durch den globalen, islamistischen Terrorismus umgehen wollen, eine Frage, die unmittelbar mit unserem Verhältnis zu unseren muslimischen Mitbürgern verknüpft ist:
Wollen wir zur Rettung der Freiheit unsere liberalen Grundsätze opfern und repressiv gegen die muslimische Minderheit in Deutschland vorgehen oder wollen wir unser liberales System bewahren, indem wir auf Dialog mit den moderaten Muslimen setzen?
Die Antwort der PI-Macher auf diese Frage steht bereits fest. In ihren Augen fällt die zweite Option aus, weil es für sie keine moderaten Muslime gibt. Diese sind für sie nur Wölfe im Schafspelz, welche die Deutschen mit dem Slogan „Islam ist Frieden“ indoktrinieren und das Fernziel haben, Deutschland zu „Einig Dhimmiland“ zu machen. Das ist die angebliche Wahrheit, für die sie Meinungsfreiheit fordern. Dabei sehen sie den Widerspruch in der ersten Option sehr wohl. Man kann eine liberale Ordnung nicht durch das Herstellen einer illiberalen Ordnung retten. Jede folgende Ordnung wäre zwangsläufig illiberal. Doch genau das ist die Ordnung, die sie ersehnen und ich hatte
hier schon vor Monaten die rhetorische Frage gestellt, ob es wohl ein Zufall sei, dass sich die Emailadresse des damaligen PI-Redakteurs Ralf K. (Donoso.deMaistre@gmx.de) ausgerechnet aus den Namen der beiden bedeutendsten Vordenker des europäischen Faschismus, Donoso Cortès und Joseph de Maistre, zusammensetzt.
Natürlich ist die Meinungs- und Pressefreiheit nicht nur in Deutschland ein wertvolles Gut. Ich kann daher alle, die sich in Artikeln oder Kommentaren kritisch zur Kampagne gegen PI geäußert haben, sehr gut verstehen. Doch auch sie sollten eines verstehen: niemand will hier ein Forum verbieten, dass sich kritisch, aufklärerisch und politisch inkorrekt mit den, zweifellos zahlreichen, negativen Aspekten des Islam beschäftigt. Wenn wir den Dialog suchen und den Kampf um die Köpfe gewinnen wollen, dann brauchen wir noch viel mehr solcher Foren, die kein politisch korrektes Tabu vor den im Islam schlummernden Bedrohungen kennen. Wenn Christen und Muslime sich gegenseitig den Unterschieden ihrer Kultur stellen wollen, dann ist es für beide Seiten notwendig zu erkennen, mit welcher Vehemenz der islamistische Extremismus seine Religion missbraucht.
Wer aber, wie die Macher von PI, die Political Correctness als Kampfbegriff benutzt, um damit Minderheitendiskriminierung, primordiale Hetze und illiberale Handlungsanweisungen als zwar politisch inkorrekt aber gesellschaftlich akzeptabel zu legitimieren, überschreitet eine Grenze und kein sogenannter „Gutmensch“ braucht Vorbehalte oder Zweifel an seiner liberalen Gesinnung zu haben, wenn er diese Meinungsäußerung nicht mehr von der Meinungs- und Pressefreiheit abgedeckt sieht, denn sie ist es nicht. §130 des Strafgesetzbuches definiert diese Grenze:
§ 130 Volksverhetzung
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. Schriften (§ 11 Abs. 3), die zum Haß gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, daß Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
a) verbreitet,
b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht oder
d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk verbreitet.
(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 220a Abs. 1 bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.
(4) Absatz 2 gilt auch für Schriften (§ 11 Abs. 3) des in Absatz 3 bezeichneten Inhalts.
(5) In den Fällen des Absatzes 2, auch in Verbindung mit Absatz 4, und in den Fällen des Absatzes 3 gilt § 86 Abs. 3 entsprechend.
Ich habe mir gestern die, nicht gerade spassige, Mühe gemacht, ausnahmslos alle auf PI veröffentlichten Artikel der letzten zwei Monate auf Verstöße nach §130 zu durchforsten und bin nicht nur fündig geworden, sondern muss leider zugeben, dass ich ein solches Ausmass an Demagogie nicht erwartet hatte. Und das, obwohl ich mich nun schon seit gut einem Jahr immer mal wieder selektiv mit einzelnen PI-Artikeln beschäftige. Auch ich war bis gestern der Meinung, dass die PI-Autoren zwar absichtlich Ängste und Hass gegen Muslime schüren wollen – was sich dann ja auch in den Kommentaren niederschlägt – in den eigenen Artikeln aber immer hauchdünn auf der legalen Seite bleiben. Nun, ich wurde eines Besseren belehrt. Während es tatsächlich nicht bei jedem der in der Folge genannten Artikel sofort gelingt, einen Straftatsbestand auszumachen, liefern die Artikel in ihrer Gesamtheit nichts desto trotz – meiner Ansicht nach – erdrückende Verdachtsmomente dafür, dass die PI-Autoren mit ihren Schriften strafbare Handlungen nach §130(2)1a-d StGB. begehen und darüber hinaus strafbare Handlungen ihrer Kommentatoren nach §130(1)1 und 2 StGB. bewusst zulassen. Daraus ließe sich ferner ableiten, dass Myblog-Hoster Nico Wilfer eine strafbare Handlung nach §130(2)1b StGB. begeht, wenn er, trotz mittlerweile mehrmaliger Aufforderung PI zu schliessen, das Angebot von PI weiterhin öffentlich zugänglich hält. Dasselbe gilt natürlich auch für die Blogs von CA (http://myblog.de/cablog) und Fakten&Fiktionen (http://myblog.de/kewil), bei denen sich jedoch, für jeden Menschen mit gesundem Verstand, jede weitere Diskussion erübrigt, denn bei ihnen sehe ich auch in den Artikeln §130(1)1 und 2 StGB. im Übermass erfüllt.
Die Verdachtsmomente im Einzelnen (die Links führen zu Snapshots der jeweiligen PI-Artikel, die auch eine Auswahl der möglicherweise rechtswidrigen Kommentare enthalten):
1. Verletzung der Menschenwürde durch Beschimpfung, böswillige Verächtung und Verleumdung vorbezeichneter Gruppen durch Schriften der PI-Autoren.
1.1. böswillige Verächtung von Muslimen
Die Autoren konstruieren bewusst eine Mitschuld aller Muslime am islamistischen Extremismus, indem sie weder eine
Trennlinie zwischen dem Islam als Religion und den Muslimen als Gläubigen, noch zwischen extremistischen und moderaten Muslimen ziehen. Da der Koran, ihrer Interpretation nach, Gewaltbereitschaft duldet, bzw. von den Gläubigen fordert und es im Islam keine Trennung zwischen Religion und Staat gibt, sehen sie sich berechtigt, den Islam und alle Muslime unter den Generalverdacht der Gewaltbereitschaft zu stellen. Vor diesem Hintergrund wird dem Selbstbild der Muslime als Angehörige der „Religion des Friedens“ immer wieder auf polemische Weise das Verhalten extremistischer Terroristen gegenübergestellt. Verletzungen der Menschenwürde kommen insbesondere dann zustande, wenn Terroristen wie Jemaah Islamyyiah Führer Abu Bakr Bash’r in diesem Zusammenhang als „
würdige Vertreter der Religion of Peace“ bezeichnet werden, oder nach terroristischen Anschlägen in Thailand darüber ironisiert wird, dass Muslime nicht nur in Europa mit
„irrationalen“ Ängsten zu kämpfen haben. Wie sehr die PI-Autoren einen Generalverdacht der Deutschen gegen alle Muslime propagieren, kann man sehr schön in ihrem Kommentar zu den Vorfällen in Thailand nachlesen:
Ängste und Ressentiments vor Muslimen werden an allen Ecken nicht nur geschürt, sondern es werden auch Diskriminierungen, die auf Islamophobie beruhen, verteidigt, befürwortet und als handlungsleitend beworben. So kommentierten die Autoren z.B. einen Fall, in dem ein russischer Flugkapitän sich weigerte, russische Muslime von Sharm el Sheik nach Moskau zu fliegen, weil die Frauen verschleiert waren, mit den Worten: „
Der Kapitän hat nachvollziehbar und konsequent gehandelt. Kann sich jemand Ähnliches im toleranten Westen vorstellen?“ An anderer Stelle beklagen sie das Fehlverhalten der schweizer Justiz und den Verfall der Meinungsfreiheit, weil ein Schweizer für das Publizieren von Traktaten, in denen er behauptete,
Pädophilie sei Teil der islamischen Kultur und Freiburger Muslime behandelten ihre Kinder wie Vieh und verkauften sie an Perverse, zu drei Monaten Haft verurteilt wurde. Angst vor dem Islam und vor Muslimen zu haben, wird von Ihnen ganz allgemein als positives Charakteristikum gepriesen, das die "Guten" von den "Bösen" unterscheidet. Dies äussert sich nicht zuletzt in ihrem sogar auf T-Shirts vertriebenen Leitmotiv "
Islamophobic and proud of it".
Eine besondere Rolle beim Schüren von Ängsten kommt den Begriffen „Gutmensch“, Multi-Kulti“ und „Dhimmitum“ zu. Die Autoren verschwenden einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Energie darauf, dem heraufzubeschwörenden Bedrohungsszenario dadurch festen Boden zu geben, dass sie, mittels dieser Begriffe, einerseits immer und immer wieder die fehlende, bzw. falsche Reaktion von Politik und Gesellschaft beklagen, andererseits sich und Gleichgesinnte in eine bemitleidenswerte Opferrolle hineinstilisieren. Dabei nehmen sie sogar implizit für sich in Anspruch, nur die Meinung der schweigenden Bevölkerungsmehrheit laut auszusprechen. Eine Meinung, die, in ihrer kruden Vorstellung, wie es scheint wohl von von einer oligarchischen, links bis sozialistisch angehauchten Minderheit der Bildungselite in Politik und Medien unterdrückt wird. Auch hier wird mit demselben Generalisierungsmuster gearbeitet. Wer für die multikulturelle Gesellschaft einsteht, wird automatisch zum "Terroristenversteher" und "feigen Dhimmi", wer z.B. aus städtebaulichen Gründen den Bau einer Moschee untersagt, wird zum Helden im Kampf gegen den Terrorismus. Motive und Gründe der Akteure treten dabei in den Hintergrund. Massnahmen werden gefeiert, wenn sie sich gegen die muslimische Minderheit richten und verabscheut, wenn sie sich positiv für diese auswirken.
1.2. Verleumdung von Muslimen, Juden und Personen des öffentlichen Lebens
Wie bei fast allen extremistischen, verfassungsfeindlichen Bewegungen, spielen auch bei PI Verschwörungstheorien eine wichtige Rolle. Für die Autoren gibt es in Deutschland keine muslimischen Interessensvertretungen, sondern nur "
Islamistische Indoktrinationszentren", deren Ziel die vollständige Unterwerfung deutscher Kultur unter einen fundamentalistischen Kalifatsstaat mit der Scharia als Rechtssystem ist. Vertreter dieser Zentren wollen das deutsche Volk mit der ständigen Wiederholung der Phrase "Islam ist Frieden" angeblich nur einlullen, damit die Assimilierung der Deutschen in den Islam möglichst reibungslos vonstatten geht. Ein Bericht über den Besuch einer Schulklasse in einem islamischen Kulturzentrum wird beispielsweise mit "
Islamische Selbstdarstellung - Desinformative Verdummung im Zeichen des Dialoges" betitelt, einem anderen Artikel mit dem Titel "
Gezielte Indoktrination an Berliner Schulen", fügen die Autoren hinzu: "
Nachdem nun alle Schüler wissen, dass einige Sekten ihn in Verruf bringen, der Islam aber friedlich und tolerant und die Erde eine Scheibe ist, fassen wir uns am besten alle an den Händen und singen ein Lied!"
Wer die ausländischen Geldgeber waren, die es Hitler ermöglichten, die braven Deutschen zu "Opfern" und erst in der Folge zu willfährigen Mördern zu machen, und die sie verdächtigt, auch heute wieder die Händ im Spiel zu haben, lässt sie in einem anderen
Artikel über den bevorstehenden 3. Weltkrieg durchblicken. Es ist - wie nicht anders zu erwarten, möchte man fast sagen - die
zionistische Weltverschwörung. Ihrer Meinung nach existiert ein Zeitplan, der sich aus biblischer Vorsehung und dem Plan der Illuminati (auch: Protokolle der Weisen von Zion) zusammensetzt:
Kritiker von PI sehen sich also nicht zu Unrecht an die frühe NSDAP erinnert. Wie damals werden auch heute Politiker und sogar Parteien der Mitwisser- und Mittäterschaft beschuldigt, die SPD wird so auch ganz schnell mal zur
NASPD. Der allgegenwärtig gezeigte Philosemitismus entpuppt sich dabei als vorgeschoben, als opportunes Mittel zur Anstachelung des Hasses gegen Muslime. Vielmehr scheinen die PI-Autoren, gleich einer Sekte, von einem bevorstehenden Endkampf zwischen Gut und Böse überzeugt und sehen ihre Mission darin, Deutschland zu den Waffen zu rufen.
1.3 Beschimpfung von Personen des öffentlichen Lebens
Politiker, Künstler und sogar
Fussballtrainer werden zur Zielscheibe der PI-Autoren, sobald sie sich in irgendeiner Weise positiv gegenüber Muslimen äussern. Unangefochtene "Lieblingsdhimmis" sind die Bundestagsabgeordneten
Volker Beck und Claudia Roth. Gegen letztere wurde kürzlich, zwar verhohlen, doch deutlich, in einem Artikel zum Mord aufgerufen:
"Kann vielleicht irgendjemand diese verlogene Hisbollah-Unterstützerin stoppen?", fragte die PI-Redaktion.
2. Anstachelung zum Hass und Aufruf zu Gewalt und Willkürmassnahmen gegen Teile der Bevölkerung, sowie Verletzung der Menschenwürde durch Beschimpfung, böswillige Verächtung und Verleumdung vorbezeichneter Gruppen durch PI-Kommentatoren.
Über die Verantwortung der PI-Autoren für die Inhalte der Kommentare wurde in den letzten Tagen sehr kontrovers diskutiert. Meiner Meinung nach, äussert sich §130(2)1b StGB. relativ deutlich zu dieser Verantwortung. Die PI-Autoren machen durch die Kommentarfunktion das möglicherweise strafrechtlich relevante Material zugänglich und stehen nach diesem Paragraphen auch in Verantwortung. Belassen sie strafrechtlich relevante Kommentare auf der Seite, machen sie sich nach §130(2)1b StGB. strafbar.
2.1 Aufruf zu Gewalt und Willkürmassnahmen
Aufrufe zu Gewalt und Willkührmassnahmen gegen Muslime in den Kommentaren finden sich bei PI en masse. Ich will hier zum Einen auf die bereits von Stefan Niggemeier veröffentlichte Liste hinweisen, zum Anderen hier nur die Relevantesten anmerken. So schlägt z.B. ein Kommentator vor, alle Muslime mit vorgehaltener Waffe aus Deutschland hinauszueskortieren, ein anderer fordert die Europäer auf, ihre Pflugscharen zu Schwertern zu machen, ein dritter droht mit Selbstjustiz. Wie gesagt, nur eine kurze Auflistung, wer alles lesen möchte, kann sich an den unten zur Verfügung gestellten Snapshots gerne den Magen verrenken.
2.2. Beschimpfung und böswillige Verächtung und Verleumdung von Muslimen und Homosexuellen
Auch hiervon gibt es zahlreich, Beschimpfungen wie Kamel- oder Ziegenficker sind dabei teilweise noch die nettesten. Eine neue Qualität, die ebenfalls an den Nationalsozialismus erinnert, haben pseudo-wissenschaftliche Begründungen für die Minderwertigkeit von Muslimen. Da weiss z.B. Kommentator Free Speech, dass der Durchschnitts-IQ von Muslimen mit einem Mittelwert von 85 ganz nah an der Debilität liegt, was seine Ursache angeblich im Auswendiglernen des Koran und der Technik des im Islam gebräuchlichen Analogieschlusses hätte, und die selbsternannte Expertin in islamischer Rechtsauslegung und Rechtsgeschichte Gudrun Eussner erklärt uns, dass alle Muslime den Koran heute wie damals wörtlich auslegen, weswegen Terrorismus die zwingende Folge des Islam sei.
Verschwörungstheorien folgen im Allgemeinen der bereits von den PI-Autoren vorgegebenen Stossrichtung, es ist jedoch deutlich erkennbar, dass hier ökonomische Ängste, sowie Ängste vor Überfremdung im Vordergrund stehen. Ein sicheres Indiz für die Zielgruppe, als auch den Erfolg der von PI betriebenen Volksverhetzung. Im Kommentarbereich ranken sich die Verschwörungstheorien auch um Homosexuelle. Deutschland sei angeblich von homosexuellen Psychopathen gekidnappt, die den Bürger entmündigen wollen und wie bereits 1934 ein Instrument des Staates zur Machtausweitung seien. Mehr Beschimpfungen und Verleumdungen findet ihr in den angehängten Snapshots.
Übersicht der hier angesprochenen PI-Artikel



























Alles in allem scheint mir PI ein Fall für den Staatsanwalt und nicht für die Selbstregulierung der Blogosphäre zu sein. PI steht ja nur stellvertretend für eine neue Form des Rechtsextremismus, weshalb man sich auch nicht von ihrem anbiedernden Philosemitismus ins Bockshorn jagen lassen sollte. Sie sind rechts und sie sind extremistisch! Das ist das entscheidende Kriterium, nicht die Gruppe gegen die sich ihr Hass richtet. Entscheidend ist auch, dass sie, wie ich hoffentlich zeigen konnte, bewusst und böswillig zum Hass anstacheln und nicht nur ihre Ängste zum Ausdruck bringen, bzw. nur über die negativen Aspekte des Islam informieren. Ein wichtiger Punkt ist auch die Comment-Policy der PI-Redaktion. Es ist nun mal ein Charakteristikum der Blogosphäre, dass in den Kommentaren schon mal härter zur Sache gegangen wird. Vieles, was hier geschrieben steht, wurde im Affekt, in erster Wut und meist kopflos abgelassen, und zeigt auch oft die unmittelbaren Ängste der Leute auf, die sich von PI angesprochen fühlen. Im Bezug auf die Kommentatoren ist daher Vieles entschuldbar. Die Böswilligkeit äussert sich, meiner Meinung nach, erst darin, dass diese Kommentare von der PI-Redaktion nicht entfernt oder zumindest angemahnt werden.
Natürlich soll der hier gegebene Überblick kein Aufruf sein, nun kollektiv die Behörden einzuschalten. Es wäre allein schon schön, wenn das Thema PI nicht in Vergessenheit gerät. Wer trotzdem etwas gegen PI unternehmen will, ohne sich Morddrohungen auszusetzen, kann das anonym auf der Website von "No Abuse in Internet Europe" tun, einer Initiative, die 2000 unter der Schirmherrschaft des ehemaligen RTL-Chefs, Prof. Dr. Helmut Thoma, gegründet wurde, um Missbrauch im Internet zu bekämpfen. PI hat dort bereits das Aktenzeichen 070806-2, und man kann den Stand der Untersuchungen online beobachten. NAIIN.org verfügt zwar über Experten, ist aber natürlich weder die Polizei, noch die Staatsanwaltschaft und daher auch nicht verpflichtet, Nachforschungen anzustellen. Sachdienliche Hinweise können daher nur nützlich sein. Die Erfolgsquote der Organisation ist sehr gut, von 2000-2005 konnten nach 126.100 Hinweisen 15.460 Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.
Aktualisierte Liste der Blogs, die sich kritisch mit PI befassen:
don alphonso, wirres.net , politisch inkompetent, dr. dean, weltregierung, bluejax, artur, neun12, curious creatures, basicthinking, bembelkandidat, woschod, gebloggte welten, neoanarchie, revirement, reality on the rocks, der linksbote, bigberta, sandhexe, somluswelt, waldschratt, martina-kausch.de, streikblog, sapere aude, xdest, haseler, ostblog, blindtext, dailymo, buchfinder, duronium, skulpturfabrik, ulysses, rtfm, jan schejbal, word2go, jeriko one, woweezowee redblog, litart, hophnung, metalust&subdiskurse, the-mule, nickpol, njus, little genius, thotz, che´s warlog, ringfahndung, aus in der vorrunde, opablog, joeladami, redblog, stargazerI, stargazerII, stackenblochen, 24stunden, fluequal, hennning schuerig, gebloggte welten, statler&waldorf
Update: Bei
Lathandir gibt es einen sehr Informativen Artikel von Bernhard Schmid über PI-Kollegin Gudrun Eussner.