Killer-Coke und der Bloggerehrenkodex
Die Verbindung von Killer-Coke zur Kommerzialisierung von Blogs klingt allerdings nicht mehr ganz soweit hergeholt, wenn man Johnnys eigentliches Angriffsziel ausmacht: die Coca-Cola-WG, in welcher zur Zeit Teile der - neuerdings mit dem Modelabel "A-Klasse Blogger" versehenen - Blogelite Deutschlands versammelt sind, um dort für Coca Cola von der Weltmeisterschaft zu berichten. Diesen Bloggern wirft Johnny implizit vor, dass sie zugunsten des Rubels oder der Publicity darauf verzichten, eine nützliche Debatte hinsichtlich Coca Cola im Speziellen und der ethischen Grundsätze der Bloggosphäre bezüglich redaktioneller Werbung im Allgemeinen, vom Zaun zu brechen.
Der Vorwurf an die Blogger schiesst zwar etwas über die Stränge aber im Grunde hat Johnny hier recht! Gerade vor dem Hintergrund aufkommender Angebote wie payperpost.com, wo Blogger für redaktionelle Werbung auf ihren eigenen Blogs bezahlt werden, ist es nützlich und wichtig zu fragen, ob wir einen Bloggerehrenkodex brauchen. Müssen wir uns ähnlich der Journalistenverbände organisieren, um auch auf Blogs weiterhin die Trennung zwischen Kommerz und Information zu gewährleisten? Es hätte seine Vorteile, würde aber auch dazu führen, dass sich relativ schnell die Spreu vom Weizen trennt, weil nicht jeder Blogger zum umfassend informierten, politischen Berichterstatter mutieren kann und soll. Tobias Haase vermutet hierzu auf Reflexionsschicht: "vielleicht fehlt uns Bloggern noch das Gefühl, welche Themen wirklich wichtig sind und welche eher nicht."
Aber wollen wir in Zukunft wirklich ständig nur "wichtige" Themen recherchieren? Kann von uns tatsächlich erwartet werden, dass wir wissen, was Coca Cola in Kolumbien oder Indien so alles treibt oder dass wir uns im Vorfeld informieren? Es doch gerade der Reiz der Bloggosphäre, dass sie so unverkrampft, pluralistisch und eben manchmal uninformiert mit Themen umgeht und nicht versucht, den Einheitsbrei der etablierten Medien zu kopieren. Noch dazu haben viele der besten deutschen Blogs gar nicht die Absicht zu berichten oder Themen von öffentlichem Interesse zu diskutieren und sind deshalb wunderbar erfrischend. Ein Paradebeispiel hierfür sind das Dreamteam McWinkel und Nilz Bokelberg. Beide sind Meister der Selbstinszenierung und brauchen nur ihre "fette" Schreibe, um ein breites Publikum für Alltägliches und Profanes zu begeistern. Vor und während ihres Aufenthalts in der Coca-Cola-WG inszenierten sie aufwendig einen "McWinkel vs. Nilz"-Kontest, u.a. mit der Wette dort jedes, ihnen von Lesern zugeschickte, T-Shirt zu tragen. Schade, dass ich erst viel zu spät auf diese Aktion aufmerksam geworden bin, sonst hätte ich ihnen dieses schöne Shirt zugeschickt. Ich bin sicher sie hätten Beide den Mumm gehabt, es zu tragen.


Baumwolltaschen













Ja klar, hätte ich.
Comment by MC Winkel — July 5, 2006 @ 8:13 pm
Wusst’ ich’s doch:)
Comment by word2go — July 5, 2006 @ 8:57 pm