Nur Gedanken

July 28, 2006

SOLIDARITÄT MIT ISRAEL UND LIBANON

Filed under: Politisches, Panorama - word2go @ 11:09 am
Man kann es leider nicht anders beschreiben: die Bilanz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon ist katastrophal! Israel hat es bislang nicht geschafft, die Hisbollahmilizen entscheidend zu schwächen. Im Gegenteil, die Hisbollah ist mittlerweile sogar in der Lage, Raketen mit größerer Reichweite und höherer Sprengkraft in den Norden Israels zu schicken. Ein Ende des Konflikts rückt damit in weite Ferne, denn Israel kann und wird nicht aus humanitären Gründen auf die Verteidigung seiner Bürger verzichten. Rund 650 000 Libanesen sind mittlerweile auf der Flucht und täglich werden es mehr. Allein bei der Stadt Tyrus im Süden des Landes sind etwa 110 000 Menschen unmittelbar von Nahrungsmittel- und Wassermangel betroffen. Eine humanitäre Katastrophe droht!

Erschreckend gering ist auch die Hilfsbereitschaft der sonst so spendefreudigen Deutschen. Lediglich 20 000 Euro konnte z.B. die deutsche Sektion des UN-Kinderhilfwerks UNICEF an Spendeneingängen in den letzten fünf Tagen verzeichnen. Ähnlich niedrige Zahlen vermelden das DRK, Caritas und die evangelische Diakonie Katastrophenhilfe.

Die Deutschen scheinen der Konflikte und des Spendens müde und geben nicht nur den Hilfsorganisationen ein Rätsel auf. Was ist passiert in den deutschen Köpfen, dass gerade jetzt, im Moment des Krieges, eine nachsichtige Milde mit dem sonst für seine Menschenrechtsverletzungen so arg gescholtenen israelischen Staat einkehrt? Wo bleibt die sonst so reflexartig vorgetragene Solidaritätsbekundung mit den unschuldigen Opfern? Eine kleine Presse- und Bloggerschau, geleitet von einem unbestimmbaren Gefühl, ist zwar kein wissenschaftlicher Beweis für einen nationalen Stimmungsumschwung, wohl aber ein Indiz, denn die Medien sind, obwohl sie langsam das Attribut der "Vierten Gewalt" verlieren, noch immer ein Multiplikator der sogenannten Volksmeinung. Hält man diese Presseschau, fällt auf, dass viele Artikel mittlerweile einen vorsichtigeren Umgang der Medien mit dem Thema Israel verraten. Ein Beispiel mit herausragender Bedeutung soll hier stellvertretend behandelt werden: Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung. Er leitet seinen Artikel "Auge um Auge, Zahn um Zahn" mit der Frage ein, wieviel Israelkritik in Deutschland eigentlich noch erlaubt sei und wirft der deutschen Linken vor, selbstgefällig die "desaströse" israelische Außenpolitik als "Ausfluss angeblicher jüdischer Charaktereigenschaften"  zu verurteilen. Ein Ablenkungsmanöver zwar, denn im weiteren Verlauf hält er mit seinem Tadel für Israels Militäraktion nicht hinter dem Berg - aber dennoch: wenn sogar ein ausgewiesener und bekennender Israelkritiker einen, ansonsten äußerst barschen, Artikel über den Libanonkrieg mit einer ungewöhnlich vehementen Inschutznahme jüdischer Kultur beginnt, dann riecht das nach Selbstzensur. Eine Selbstzensur der man sich unterzieht, weil man Kritik fürchtet. Die zuallererst aber im eigenen Kopf beginnt, weil man zweifelt. Nicht nur an der eigenen Einstellung zu israelischer Politik, sondern auch an den Motiven für die eigene Friedensliebe.

Eine These liegt hier so nahe, wie sie gleichzeitig undenkbar ist: wir zweifeln, zögern und zaudern, weshalb letztendlich der Grund für unsere geringe Spendenbereitschaft in unserem plötzlichen Zweifel an der Universalität der Friedensidee verborgen liegt. Zum ersten Mal zweifelt sogar die Linke daran, dass der Schrecken des Krieges durch bloßes Vorleben der guten Sache gebannt werden kann. Zu eindeutig äussert sich das Völkerrecht zu Gunsten Israels, zu eindeutig liegt die Schuld für den Konflikt bei der Hisbollah, zu stark sind möglicherweise auch mittlerweile die Ressentiments der Deutschen gegenüber dem Islam. Das klare Bekenntnis der deutschen umma zu Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, das sich die deutsche Bevölkerung in der Zeit nach dem 11. September 2001 gewünscht hätte, blieb bislang aus. Statt dessen gab es ständige Kunde darüber, wie erfolgreich der militante Islamismus die muslimische Gemeinde in Deutschland und auch den deutschen Rechtsstaat bereits unterwandert hatte: der Kalif von Köln, auf arabisch gehaltene Hetztiraden in der Freitagsmoschee, das offene kokettieren türkischer Jugendlicher mit der Übervölkerungstheorie…

"Wieviel Westen wird in 20 bis 30 Jahren noch übrigbleiben?", fragen sich mittlerweile nicht mehr nur die Rechten. Eine Studie des PEW-Global-Attitude-Project belegt hierzu eine erschreckende Tendenz: Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien haben die USA in Sachen Islamskepsis, bzw. Islamfeindlichkeit längst überholt. So halten z.B. 70% der Deutschen einen gelebten islamischen Glauben für mit der Moderne unvereinbar. In den USA glauben das hingegen nur 40% (siehe Tafel 3). Es sieht fast so aus, als hätten die Neokonservativen ihren Kampf um die Köpfe ausgerechnet dort gewonnen, wo sie am meisten kritisiert wurden: in Europa. Verwunderlich ist das nicht unbedingt, denn immerhin genossen ihre falkenhaften Thesen diesseits des Atlantiks wesentlich mehr Aufmerksamkeit und wurden zudem ernster genommen als im Mutterland. In diesem Punkt sollte Jeder ernsthaft in sich hineinhorchen und sich ehrlich die Frage beantworten, ob jenseits der politischen Korrektheit, jenseits der Abneigung gegen Bush, Wolfowitz, Perle und Rumsfeld, und jenseits des ethischen Gewissens, dass man so nicht mit einer Religion umspringen, nicht alle Muslime über einen Kamm scheren dürfe, nicht doch ein gewisser Zweifel an der Friedfertigkeit des Islam nagte, eine gewisse Sympathie für die Idee der Demokratisierung des Nahen Ostens mitschwang, eine unbestimmte Angst vor dem islamischen Rechtsempfinden sich breit machte. Haben wir am Ende die letzten 5 Jahre unser Unbehagen gegenüber den negativen Aspekten des Islam nur verdrängt? Hinter der Fassade eines friedlichen, tugendhaften und verfassungspatriotischen Bürgers versteckt? Weil uns dieses Ideal lieber war als unsere tatsächliche Seelenlage?

Jeder muss sich diesen Fragen selbst stellen und seine Schlüsse aus ihnen ziehen. Es ist auf jeden Fall erfreulich, dass die Deutschen anscheinend, trotz aller berechtigter Kritik an seiner Außenpolitik, endlich das traumatisierende Dilemma des israelischen Staates erkannt haben - und sei es nur aus Angst davor, selbst bald israelische Verhältnisse zu bekommen. Weniger erfreulich wäre es jedoch, wenn die bisherige Verdrängung nun ins Gegenteil umschlagen würde. Eine umfassende Islamskepsis wäre weder gegenüber dem Gros der säkularisierten und moderaten Muslime fair, noch würde sie der Sache gerecht. In diesem Fall hätten die Extremisten und militanten Islamisten ihr schändliches Spiel gewonnen. Die Libanesen brauchen unsere Solidarität mindestens genauso dringend, wie die Israelis. Auch sie werden von der Hisbollah aufgerieben und für ihre Zwecke missbraucht. Haben wir denn heute schon wieder vergessen, wie wir noch vor einem Jahr mit feuchten Augen vor den Fernsehbildschirmen saßen und die Rückkehr des Libanon zu Freiheit und Demokratie feierten? Haben diese Menschen, egal ob Christen, Drusen oder Muslime, unsere Solidarität denn nicht verdient? Kann sich hier in Deutschland denn irgend jemand überhaupt vorstellen, wieviel mentale Stärke, wieviel objektiven Gerechtigkeitssinn und wieviel seelische Ausgeglichenheit es benötigt, sein Haus zerbombt, die Kinder tot vorzufinden und trotzdem Israel nicht zu verurteilen? Vor diesem Kraftakt, den die libanesische Bevölkerung nun schon seit drei Wochen vollbringt, müssten wir eigentlich alle kollektiv den Hut ziehen. Wie sehr müssen diese Menschen die neu gewonnene Freiheit lieben, dass sie nicht in Scharen zur Hisbollah laufen?

Sollte die humanitäre Mission der Hilfswerke im Libanon scheitern, weil wir unseren Geldbeutel nicht öffnen - sei es, weil wir keinen israelischen Krieg finanzieren wollen, sei es, weil wir unberechtigter Weise glauben, dass es den Muslimen dort unten schon recht geschehe - dann wären die Folgen fatal. Fast ein Drittel der libanesischen Bevölkerung ist auf der Flucht und mit jedem Tag ohne Wasser, ohne Nahrung und ohne Zuflucht wächst die Gefahr, dass sich die Libanesen den falschen Rettern zuwenden. Wollen wir das diesem Land antun?

Seien wir solidarisch mit Israel und Libanon! Lasst uns spenden! Lasst uns diesen Spendenaufruf verbreiten!


 

Spendenkonten:

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Stichwort "Naher Osten" oder online www.diakonie-katastrophenhilfe.de/naher-osten.

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Stichwort "Naher Osten" oder online http://spende.caritas-international.de

DRK-Spendenkonto: Konto: 41 41 41, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort "Naher Osten oder online https://www.drk.de/spenden

July 25, 2006

ZWISCHENRUF

Filed under: Uncategorized - word2go @ 8:47 am

 

Elsa Laska zur Immanenzpermanenz


MORE WRINKLE THAN WINKEL

Filed under: Panorama, Satirisches - word2go @ 8:21 am


 

Heute haben sie’s aber mit dem Älterwerden. Erst Henry Maske, dann der McWinkel. Letzterer gibt offen zu, dass er mittlerweile Bußgeldbescheide bezahlt, sein Geld dem Bankautomaten schenkt und ihm mehr Haare aus den Ohren denn auf dem Kopf wachsen. Von uns will er nun wissen, welche Alterswehwehchen wir so haben. Gerne Mc, ich schenk’ sie Dir alle!

1. Ich mutiere zum Dialektsprecher
2. Ich schließe Wetten ab, die ich kaum gewinnen kann
3. Frauen unter 18 fangen an, mir zu gefallen
4. Wieso Disco, wenn man auch in die Dorfkneipe kann?
5. Meine Freundin will in letzter Zeit immer oben liegen
6. Bei meinem letzten Rentenbescheid fiel ich in Ohnmacht
7. Babies schreien nicht mehr so laut wie früher
8. Ich fange an, F.J.Wagner zu verstehen
9. Wer war noch mal Pearl Jam?
10. Über was/wen schreibe ich hier eigentlich?

Update:
Hola, da hab’ ich was verpasst! Vielleicht sollte ich meine Liste um "Beim Querlesen bekomme ich nichts mehr mit" erweitern. Vom Wrinkligen gibt’s jetzt ‘nen Starschnitt. Garantiert ohne Falten!

Dinosaur Gentleman

Filed under: Panorama - word2go @ 7:00 am
Wie geil ist das denn? Neulich habe ich mit einem Kumpel um einen Kasten Bier gewettet, dass ich mit meinen 33 Jahren und nach zehn Jahren alkohol-, kaffee- und rauchlastiger Unsportlichkeit noch locker über die Sechsmetermarke hüpfe und habe vor lauter Schiss, die Wette zu verlieren, natürlich prompt mit dem Training angefangen. Ob das nun Wettbetrug ist oder nicht, sei mal dahingestellt, nur eines ist wichtig: ich bin noch viel fitter, als ich gedacht hatte. Auf jeden Fall eine tolle Herausforderung. Aber als ich heute morgen die FAZ aufschlug, haute es mich dann doch aus den Socken. Ich weiss doch gar nicht, was eine Herausforderung ist. Das ist eine Herausforderung:

HENRY MASKE FORDERT VIRGIL HILL ZUM TITELKAMPF!


Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Maske ist 42, sein letzter Boxkampf war 1996, also genau vor 10 Jahren und genau gegen Virgil Hill und jetzt will er ihn verkloppen. Obwohl…, "verkloppen"…, so was tut unser Henry ja nicht. Eher so lange strategisch mit gezielten Punches streicheln bis die Punktrichter sagen es reicht.


Und woher kommt beim Mann die Motivation für solch einen "Unsinn"? Natürlich, die Midlife-Crisis! Bei Maske also die Tatsache, dass Hill gerade mal 12 Tage jünger ist als Henry. [Ja liebe Leser, der Link geht auf die Bild, bei solchen Themen muss die einfach sein!] Ich kann mir richtig vorstellen, wie Maske auf der Couch saß, sah wie sich Hill den Titel holte und dann gedacht hat: Mönsch, das gibt’s doch gar nischt, den putz’ ich doch weg!


Herr Gentlemanboxer, ich habe vollstes Verständnis für Ihren Wunsch der Welt zu zeigen, dass die Glocken noch prall sind und wünsche Ihnen einen fetten Gürtel, um diese bedecken zu können, falls Ihnen mal danach ist!

July 24, 2006

Geschichte der Muslimbruderschaft

Filed under: Politisches, Werbung - word2go @ 2:39 pm

Etwas einseitige aber trotzdem relativ informative Reportage des History Channels über die Muslimbruderschaft.

YouTube - History Channel: Muslim Brotherhood 1/5

Teil 2; Teil3; Teil4; Teil 5

Wer objektiveres über die Mutter aller islamistischen Terrororganisationen erfahren will, ist mit dem Standardwerk von Richard P. Mitchell: "The Society of the Muslim Brothers", Oxford 1969, gut bedient.


July 23, 2006

Coca Cola übernimmt Führung im weltweiten Kampf für sichere und gute Arbeitsplätze!?

Filed under: Politisches, Panorama - word2go @ 10:50 am

 

Nein,die Überschrift ist kein Witz, sondern eine Aussage des Kolumbienexperten der Konzernzentrale Pablo Largacha. Dieser zieht seit geraumer Zeit mit einem einzigen Ziel durch die Lande: Schadensbegrenzung. Nach anhaltenden Protesten wegen der mutmaßlichen Beteiligung des Konzerns an mindestens 24 Morden an kolumbianischen Gewerkschaftsvertretern, einem deswegen seit 2001 laufenden Prozess gegen das Unternehmen in Miami und Boykottaktionen mehrerer großer amerikanischer Universitäten steht der Konzern mit dem Rücken zur Wand. Nach Angaben von Johnny Haeusler, der vor zwei Wochen die Kola-Konferenz der UdK Berlin besuchte und dabei Zeit für ein interessantes Interview mit Pablo Largacha fand, erleidet Coca-Cola allein durch den Boykott der New York University Umsatzeinbußen in Millionenhöhe. Höchste Zeit also für den Konzern, am angeschlagenen Image zu polieren. Anders als seine Vorgänger räumt Largacha Fehler der Unternehmensführung ein und betont, dass Coca-Cola den generellen Hilfeschrei der Gewerkschaften und aller abhängig Beschäftigter in schwachen und zerfallenden Staaten verstanden habe. Man müsse aber auch die Probleme verstehen, die in solchen Staaten grundsätzlich vorhanden sind. In Kolumbien würden jährlich 25000 Menschen von Paramilitärs getötet, darunter wären in den letzten 20 Jahren allein 4000 Gewerkschaftler gewesen. Alle Firmen, nicht nur Coca-Cola, hätten demnach mit dem Problem zu kämpfen.

Obwohl es natürlich erfreulich ist, dass die Killer-Coke Kampagne von Sinaltrainal endlich Wirkung zeigt und zudem grundsätzlich zu begrüßen ist, wenn ein Global Player ankündigt, sich um die Einhaltung der Menschenrechte und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen zu kümmern, sind Largachas Ausführungen mit Skepsis zu genießen. Zum Einen beziehen sich die zugegebenen Unternehmensfehler in keinster Weise auf den erhobenen Vorwurf des Mordes an Gewerkschaftsmitgliedern, sondern nur auf die verfehlte Strategie des Konzerns im Umgang mit diesen Vorwürfen. Die Beteiligung der Coca-Cola Abfüller wird weiterhin geleugnet, die Verantwortung der Konzernzentrale für der Handeln der Abfüller ebenfalls. Zum Anderen müssen den schönen Worten nun endlich Taten folgen. Eine Ausbildungsstiftung zu gründen ist zwar eine gute Sache und erhöht auf lange Sicht die Chancen der Jugend auf dem Arbeitsmarkt. Die Sicherheit des Arbeitnehmers auf dem Werksgelände erhöht sie jedoch nicht. Und das tiefer liegende Problem, nämlich das multinationale Konzerne von der Einschüchterung der Gewerkschaften durch Paramilitärs profitieren, behebt sie erst recht nicht.

Zu viele Fragen bleiben offen und man möchte Coca-Cola nicht so wirklich glauben. Wenn Coca-Cola wirklich eine weisse Weste hat, warum

kündigte der Leiter der Abfüllanlage Ariosto Mosquera nur zwei Tage vor der Ermordung von Isidro Gil auf dem Coca-Cola Betriebsgelände an, ihn von Paramilitärs ermorden zu lassen?

- ließ Mosquera die Paramilitärs überhaupt auf das Betriebsgelände?

- wurde Mosquera nicht zur Rechenschaft gezogen?

- steht der zuständige kolumbianische Generalstaatsanwalt auf der Gehaltsliste von Coca-Cola?

- werden noch immer Gewerkschaftler und Protestierende unter Mitwisserschaft Coca-Colas von Paramilitärs entführt und bedroht?

- ermittelt gerade im indischen Madras schon wieder der Staatsanwalt wegen Mordes am Gewerkschaftsführer V. Kamsan gegen einen Coca-Cola Abfüller?

- schickt Coca-Cola einen PR-Fachmann der Konzernzentrale gegen die Vorwürfe ins Rennen, wenn Coca-Cola angeblich nicht für die Taten ihrer Abfüller verantwortlich ist?

Die Imagekampagne wirkt aus diesen Gründen nicht nur aufgesetzt, sondern wie ein Spiel auf Zeit. Vor allem im Hinblick auf die Vorkommnisse in Indien scheint es ganz simpel die Strategie des Konzerns zu sein, weiterhin von Märkten mit unsicheren Arbeitsbedingungen zu profitieren. Die gezeigte Diskussionsbereitschaft ist nur das Ventil, das den Druck auf Coca-Cola ablassen soll, damit der Konzern nichts aber auch gar nichts an den Arbeitsbedingungen in seinen Abfüllanlagen ändern muss. Es ist Machiavelli pur: sei sparsam mit der clementia und tu Gutes nur dann, wenn es auch jeder sieht! Ein fauler Zauber, auf den man nicht hereinfallen sollte, selbst dann nicht, wenn man - wie Johnny Haeusler - Pablo Largacha "nicht für einen Lügner" hält.

Zum Schluss, wie üblich, die aktualisierte Liste aller deutschen Blogbeiträge, die sich mit den Menschenrechtsverletzungen des Coca-Cola Konzerns beschäftigen:

Glühweinjunkies
Werbeblogger
Wuschelswelt
Blogatelier
Ker0zene
Casting for Mad Max V
I tend to be
Münchner Antifa
Psychokid

Aus in der Vorrunde
Little Lucie
Ideologiekritik
Spreeblick
Spreeblick
Basic Thinking
Weltregierung
Konsumblog
Hokeys Blog
Dominiks Weblog
Wunderblume
istZiemlich
5V3N.5P4C3
Schwarzfahrer
Willkommen am GPunkt
Spiikey’s Space
Meine Nachrichten
Honc-Blog
Room for Thoughts
Fashion Victim’s Paradise

July 22, 2006

Conflict unending? A must-read collection of reason!

Filed under: Politisches, Panorama - word2go @ 3:55 pm
Once again, it is truly amazing how blogs resist the usual media spin. While warbloggers during the Iraq war gave us deep insights, bypassing the darkest phase of press coverage, euphemistically called "embedded journalism", this time bloggers from the Near- and Middle East surprise us with their capability for dialogue. A glimpse (Please read the whole discussions, they’re worth it):

Bob’s Blog, Lebanon:

From the article:
So I cannot accept to stand by and only blame Israel, because this will not end the killing. Of course Israel is to blame and no killing is acceptable! But so is Hezbollah! And if we do not accept this fact then we will never end the violence! In two or three years it will start all over again! I do not accept to endure all this destruction and death just so that in a couple of years it will start again! I will not accept it! Not for the sack of religion, Arabism or any other obsolete concept!
I believe in a strong, democratic and pluralistic and most importantly peaceful Lebanon. And this can only happen if we decide all together to forsake violence forever!

Responses:
At 18 July, 2006 21:03, Regards from Jerusalem, Israel said…
I wish you and Lebanese that think like you the best of luck in succeeding to accomplish your stated goals.
Keep the peace.

At 19 July, 2006 07:37, Anonymous said…
Hi, I’m an israeli, feeling your pain and hearing your distress. If only there was a way convincing u that people here really care about u. No one want that Lebanese will get heart, we all hoping for peace and wishing u will hold on and wont suffer. I’m hoping for a day which I can hold your hand with trust, deep respect and love.

Wish u all well and keep safe


Rampurple, Lebanon:

From the article:
News were posted few minutes ago on naharnet.com.

An Israeli officer tells Radio Sawa that Israel has decided to launch  a full-scale military campaign against the South.

As much as i want Hizbullah to be disarmed once and for all, but i am having a bad feeling about this. I feel bad for the villages stuck between Israelies and Hizbullah.

 May God Protect Them.

Responses:
Erik says: A very sad time indeed. May god be with the innocents. Terrorists deserve to die, wether it be israeli soldiers or Hizbullah madmen. My thoughts go out to this country i would like to have visited, which for the time being seems to be out of the question now. Targetting powerplants, bridges, roads and harbours will not help the israeli cause at all.

adi says: i’m very concerned about the developments. i’m from israel and i worry that more innocent people will get heart from both sides. hoping that our military will do it best not to harm civilians in lebanon, and wishing that you will find the way to keep safe. waiting for days of peace and friendship, still believe it’s possible, it’s the only thing that can encourage me right now. wishing u all the best, hold on and dont lose hope

Arch.Memory, U.S. (in full, ‘cause it’s excellent):

The Making of a Terrorist

When I was a teenager I lost my faith in God. This week I lost my faith in humanity. And they both don’t care.

The shift in me this week even takes me by surprise. Because wearing black in a heatwave isn’t enough, I started peeling my burned skin last night, maybe that way I can share some of their pain. I used to think of myself as "as peaceful as they come". Now the anger in me is boiling over to a rage that’s even more bitter than my deep-seated sorrow.

I come from a Shi’ite family from the southern suburbs of Beirut, also known as Dahyeh. You know, the one bombed to rubble this week? Well, other than that, I am your typical Latte-Drinking, Sushi-Eating, Volvo-Driving (well, it’s a Nissan; Volvos are actually asociated for me with Hezbolla, though now I can see a Volvo in my future–but I am getting ahead of myself here), New York Times-Reading (not any longer, actually; I find their pro-Israeli bias revolting)… ultra-liberal. Well, so maybe not all the stereotypes fit me well, but I am a highly-educated professional (read an architect with a masters degree), with enough awards and accolades to put a country (other than shameless Israel) to shame. I am agnostic, I write poetry and go to readings. I am gay and live with my boyfriend in a major US city (though it hardly feels like one. Now Beirut, that was a major city…). But I digress again; I digress so much these days, do forgive me. So, when I was Lebanon just over a month ago, I was stark furious at Hezbollah. I would have arguments with members of my family that support them (and it seems that there was more of them than ever). I would drive by Hezbollah’s fundraising booths with a haughty look of scorn on my face because they were backing up traffic. I was angry at the huge banner with Nasrallah’s face (Hezbollah’s leader) that showed up for the first time on our street in the name of all the youth of the street (half of whom were outside Lebanon like me anyhow). I was annoyed by the Hezbollah schools multiplying on our street, jamming traffic, and blaring melancholy Islamic chants at noon while we were trying to down our lunch…

But now, I am so angry I want to go back and stop at each booth I pass and empty my pockets (ok, not such a feat given my finances). I want to print banners for them, teach at their schools, hell, I’d even sing for them if my voice were any better (now, there’s an idea! I’ll go sing and the Israeli army would run for their lives!) Now I understand the desperation and anger that would drive someone to strap themselves with explosives and push that button. Now I even share it. What I don’t share is the courage… Maybe it’s no courage. Maybe it’s sheer desperation and anger. Maybe it’s just a matter of time. And it makes me wonder, if Israel’s massacre of my country has managed to turn me this militant, how many militants is it creating over all? How stupid of a scheme is this? Or is it only vicious? Is it sheer indulgence in death? Excuse me, but I still can’t understand the pleasure of grilling children to tar.

Go ahead, call me a terrorist all you want. I am not bombing orphanages and ambulances. I am not brandishing forbidden chemical weapons on civilians. And yet I have trouble sleeping at night, just looking at the pictures. Do they see them? Whoever is pressing the button, do they see what they’ve done? Do they believe it’s self-defense and justified? And Condi is waiting… How can they sleep at night? If anyone knows, please send me the name of that drug, I’d like some, too. And some for my sister as well, so she would stop sending me these messages when she can’t sleep from the bombing in the middle of the night. And some for my aunt, since you’re at it, so she would stop crying for God’s sake and stop caring whether her 16-year-old son is back with her or if he’s safe at all in the south.

And the world is standing by waiting for the situation to "simmer"… Do they realize it’s human flesh that’s simmering, and that it smells foul?


Responses:
At Wednesday, July 19, 2006 8:11:38 PM, Shirley said…

Ashraf,
Sadly, life is filled with sorrow. I am so sorry that the sorrow is yours today…yesterday it was someone else’s and tomorrow it will pass again to someone else. In the meantime, please don’t become what it is that you hate. In order to hate you must make that the most important thing in your life and as it was once said, we must be the change that we wish to see in the world. I can’t begin to imagine what you are feeling but hate breeds hate. You, of all people, know that. I don’t know what else I can say but if you have any love or light at all in your life, hold it tightly and hang in there somehow.

  At Wednesday, July 19, 2006 11:41:07 PM, arch.memory said…

Shirley, that is such a beautiful and sagacious comment. It is difficult at times like these, but you are so true… I just want it to stop. I just it to be 10 days ago…


Kadmous, Lebanon:

The Evil Circle

While the sound of peace seems to be the weakest, or even forgotten, the gladiator’s arena is full of sounds: kill, kill, kill… the walls are full of blood, specially the innocent one… everyone’s blood… fire, rockets, destruction in every way, equivalent or not… and the circle of evil continue saying: kill, kill… they are away, high, looking from their seats while relaxing… why? Just to choose and honor the best killer… or just for the fun of cards game… kill, kill, kill…
Before entering the arena, a devil said to the first fighter: fight the devil that will come outside now, fight for your God… fight for your good… let us see a good game and you will be honored in the end…
On the other door, the same devil said the same thing to the other fighter…
For everyone he gave a type of arms… specially the most destructive ones…
Fight, kill… kill for your God…
The war started, while all devils are laughing… sure they are happy… who will be happy if the hate fills the earth… the unfair win… children die… every human power and evolution is destructed…
Yes kill… kill… kill…
What do you think all they will say more…?
Their kingdom is improving, while the human age is coming to be over…
Kill more and more…
They love to see our blood on the soil… whoever we think we are and from which human degree we consider ourselves…
Anyway, whatever we are, we are dead… and that what they want…
But their loud sounds were and still filling the arena… it is very exiting… what you are thinking to be the God circle clacking hands and shouting for you, are just a devil’s one… the problem is that you are in a factious scene…
Do you know what they like more?
To prolong the game they do anything… they like it more when eternal…

Where is God in all this…?
He was drying everyone tears… healing the wounds… telling every one of fighters: they are using you against my name… I don’t need someone to fight in my name… I have already armies of angels if I want to make wars… stop killing each other… I’m not a warrior and I don’t agree on wars… peace… peace… peace… peace…
While the sounds in the arena were increasing kill… kill… kill…
The two fighters moved God away, so away… while saying: You are not God… our God is the one who told us to fight on his name… keep away…
And the war never stops… the devils continue laughing and supporting each one against the other…
The war never stops, because no one knew or even wanted to know who God and what he really wants from us… starting with the least of his interest toward every human being: stop suffering for nothing…


Hello Libanon - Hello Israel, Israel (extensive post, trying to work as a board for both sides)

hi from Lebanon,
i’m one of millions who r sad because of this current situation. we r fed up with this war for nothing. its just manipulation of our right to live peacefuly. it’s good that there is this internet to keep in touch with people on the other side of the border and know that they too want peace, not only us. but too bad there r some minorities who can get us into this vicious situation again and again. hope it won’t be long this time and that they will all come t o their senses soon. thnx for the blog.

Need for peace


smadari  unveil(’%3B%06%09%2F%27%4B%00%14%37%42%54%5B%59%49%17%57%58%59′,’[דואל]’);[דואל]  בתאריך 7/15/2006 8:48:40 AM


young people


you must arise and go out to the streets
you are the young in your country you need to make a revolution
be brave
look at other revolutionary groops all over the world along our history-you have to create a new one for your own contry and for your children`s future
you must have the courage and change things



 



July 21, 2006

Der ungewollte Krieg. Ein gerechter Preis für ein wahres Versprechen?

Filed under: Politisches - word2go @ 8:32 pm
In wenigen Fällen sind sich die Geschichtswissenschaftler so einig, wie über den Ausbruch des 1. Weltkrieges. Eine Verkettung unglücklicher Umstände geriet zum Flächenbrand, weil sie die beteiligten Staaten in ungewollte Koalitionen und zu ungewollter Eskalation zwang. Der "accidental war" beherrscht seither als Urangst die internationale Politik. Eine Urangst, der von vielen Wissenschaftlern die Fähigkeit zugeschrieben wird, Kriege zu verhindern. Holt man weit aus, kann man sogar behaupten, dass die UN-Charta auf diese Urangst baut. Krieg wird als Instrument der Politik nicht geächtet, lediglich der Angriffskrieg ist verboten. Staaten ist es erlaubt, sich individuell und kollektiv zu verteidigen, ja sie stehen sogar in der Pflicht dies zu tun. Implizit heisst das also, dass man sich darauf verlässt, dass, wenn regionale Konflikte mit militärischer Gewalt geführt werden, sich die Konfliktparteien über die Gefahr eines Flächenbrandes bewusst sind und deshalb eine Eskalation auf einen größeren internationalen Rahmen vermeiden. Der Beginn des Ersten Weltkriegs hat jedoch gezeigt, dass diese Eskalation dennoch möglich ist.

Die Kampfhandlungen zwischen Israel und den Hisbollah-Milizen verfügen über das Potential zum "accidental war", denn die mit Israel freundschaftlich verbundenen Staaten sehen sich in der Zwickmühle. Das Völkerrecht äußert sich nämlich eindeutig: Israel wurde angegriffen und hat damit jedes Recht, sich zu verteidigen! Die frühere, einfache Exit-Option, nämlich Israel für sein völkerrechtswidriges Handeln zu tadeln, ist v.a. den europäischen Staaten diesmal versperrt. Sie werden Farbe bekennen und damit selbst den Konflikt mit der einheimischen muslimischen Gesellschaft suchen müssen. Dieses Zündeln im eigenen Hinterhof könnte unvermeidlich werden, denn Krieg ist ein schmutziges Geschäft und die wenigsten Muslime werden Verständnis dafür haben, wenn sich die europäischen Staaten auf die Seite Israels schlagen. Die Schaffung einer Schutzzone und die Beteiligung an UN-Truppen dürfte dabei der kleinste Beitrag sein, welchen die europäischen Staaten werden leisten müssen.

Das weit schwierigere Unterfangen wird es sein, gleichzeitig den Ausgleich zwischen der erforderten Unterstützung Israels und den berechtigten Ängsten und Resentiments der einheimischen Muslime herzustellen. Das kann nur geschehen, wenn beide Seiten zur Räson gebracht werden. Israel muss verstehen, dass es zwar im Recht ist, durch sein Handeln aber den Weltfrieden in einer Weise stört, wie er seit 1939 nicht mehr gestört wurde. Und bei allem Verständnis für das Mitgefühl, welches europäische Muslime gegenüber dem Leid empfinden, das den Palästinensern in den letzten Jahrzehnten durch eine zweifellos verfehlte israelische Innen- und Aussenpolitik entstanden ist, eine Sache muss unmissverständlich bleiben: eine offene, tolerante und freiheitliche Gesellschaft kann und darf keine terroristischen Vereinigungen wie Hamas oder Hisbollah dulden, selbst wenn diese durch demokratische Wahlen legitimiert sind. Terrorismus ist kein Freiheitskampf und es ist bezeichnend, dass die neuerliche Eskalation wieder einmal mit israelischen Zugeständnissen begann. Die Hisbollah, die eigentlich schon auf dem richtigen Weg zur legitimen politischen Kraft war, hatte den legalen Kampf um die innenpolitische Macht im Libanon verloren. Deshalb und nur deshalb erfolgte von ihrer Seite die neuerliche Provokation. Diese Wahrheit mit all ihren furchtbaren Folgen für Libanesen und Palästinenser muss auf den Tisch und wir können nur hoffen, dass die Muslime in Europa sie schlucken.

Der "ungewollte Krieg", dem wir heute von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, kann nur durch einen Dialog der Kulturen verhindert werden. Einen Dialog, den jeder Einzelne von uns führen muss, weil sich der drohende Konflikt in seiner Natur der Verantwortung von Staaten entzieht. Es wäre kein Konflikt zwischen Staaten, sondern zwischen Bürgern. Ein Weltbürgerkrieg, in dem Staaten eben nicht mehr die Macht hätten, das Gewaltmonopol an sich zu reissen. Es ist eine Verantwortung, die mehr von uns verlangt, als blind den popularistischen Euphemismen der Kriegstreiber - mal vom "wahren Versprechen", mal dem vom "gerechten Preis" - zu vertrauen. Es wäre falsch, sich für eine der beiden Parteien zu entscheiden. Es wäre aber auch falsch, sich nur um des lieben Friedens willen nicht zu entscheiden. Es wäre ein feiger Friede. Nein, im Grunde können wir uns nur für die Freiheit entscheiden, eine Freiheit, die wir nur gemeinsam schaffen können und die dann auch - als Freiheit vom Krieg - den Frieden beinhaltet.

July 9, 2006

Die beste WM aller Zeiten

Filed under: Panorama - word2go @ 7:56 am

oder

Weltmeister der Herzen

oder

Finale in Stuttgart

oder

Einfach nur GEIL!

oder…

ich kann mich einfach für keinen Titel entscheiden. Und meine Gefühle ausdrücken, kann ich im Moment eigentlich auch nicht. Ein Meer aus Emotionen und wer will schon das Meer beschreiben, wenn Michelangelo sich nicht einmal fähig fühlte, es zu malen? Also lass’ ich’s jetzt!

*Der schönste Augenblick gestern: als Basti seine Muskeln zeigte, scheiss doch auf die gelbe Karte.

*Der zweitschönste: als Figo bei seiner Einwechslung in einem Wirtshaus im tiefsten Oberfranken Standing Ovations bekam. 

 

July 7, 2006

The difference in between…

Filed under: Politisches - word2go @ 7:20 am
Larry King, asking George W. Bush about North Korea: "You took the lead on Iraq, the U.N. went along, you got other countries to go along, why not take the lead here?"

Larry my dear, besides the fact that the U.N. actually did not "go along" on Iraq, there’s a tiny little difference between Iraq and North Korea: This time, it’s a real threat! Maybe that will answer your stupid question.

July 6, 2006

Singapore’s PAP favorite song

Filed under: Politisches, Singapur - word2go @ 12:03 pm

Trick me, feed me, harass and betray me,
I’m your slavish hoi polloi.

Bribe me, screw me, caviar to the general
and some caning cannot hurt.

Gimme smelly fruits, smelly buns and a little witty pun
so election day can come.

Partisans, critic scum, prison will be little fun,
as the justice is my sun.

Gay parade needs no raid and the hookers won’t be any bait
if sino-catholicism is your friend.

Moderate, manipulate, intoxicate for no debate
and a paper smooth as silk.

Heriditary monarchy veiled as poor democracy
and our pockets will be filled.

______________________________

Need some background information? Well, look here, here, here, here, here, here and maybe here!

Hilferuf!!!

Filed under: Panorama - word2go @ 8:14 am

Also, die Elsa sagt mir gerade, dass mein Blog nicht nur im Internet Explorer, sondern auch im Netscape hässlich und so gut wie unbedienbar ist.

Bitte helft mir!

Ich will doch schön sein:)

July 5, 2006

Killer-Coke und der Bloggerehrenkodex

Filed under: Panorama - word2go @ 11:46 am
Johnny Häusler bemängelt auf Spreeblick, dass zu wenige Blogger anlässlich der Fussball-WM auf die Menschrechtsverletzungen des Coca-Cola Konzerns hingewiesen hätten und versucht dabei - leider etwas schief - einen Salto Mortale zum Missbrauch von Blogs für redaktionelle Werbung und zur Selbstregulierung von Blogs ganz allgemein zu schlagen. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass Johnny word2go als eine der wenigen Ausnahmen verlinkt hat.

Die Verbindung von Killer-Coke zur Kommerzialisierung von Blogs klingt allerdings nicht mehr ganz soweit hergeholt, wenn man Johnnys eigentliches Angriffsziel ausmacht: die Coca-Cola-WG, in welcher zur Zeit Teile der - neuerdings mit dem Modelabel "A-Klasse Blogger" versehenen - Blogelite Deutschlands versammelt sind, um dort für Coca Cola von der Weltmeisterschaft zu berichten. Diesen Bloggern wirft Johnny implizit vor, dass sie zugunsten des Rubels oder der Publicity darauf verzichten, eine nützliche Debatte hinsichtlich Coca Cola im Speziellen und der ethischen Grundsätze der Bloggosphäre bezüglich redaktioneller Werbung im Allgemeinen, vom Zaun zu brechen.

Der Vorwurf an die Blogger schiesst zwar etwas über die Stränge aber im Grunde hat Johnny hier recht! Gerade vor dem Hintergrund aufkommender Angebote wie payperpost.com, wo Blogger für redaktionelle Werbung auf ihren eigenen Blogs bezahlt werden, ist es nützlich und wichtig zu fragen, ob wir einen Bloggerehrenkodex brauchen. Müssen wir uns ähnlich der Journalistenverbände organisieren, um auch auf Blogs weiterhin die Trennung zwischen Kommerz und Information zu gewährleisten? Es hätte seine Vorteile, würde aber auch dazu führen, dass sich relativ schnell die Spreu vom Weizen trennt, weil nicht jeder Blogger zum umfassend informierten, politischen Berichterstatter mutieren kann und soll. Tobias Haase vermutet hierzu auf Reflexionsschicht: "vielleicht fehlt uns Bloggern noch das Gefühl, welche Themen wirklich wichtig sind und welche eher nicht." 

Aber wollen wir in Zukunft wirklich ständig nur "wichtige" Themen recherchieren? Kann von uns tatsächlich erwartet werden, dass wir wissen, was Coca Cola in Kolumbien oder Indien so alles treibt oder dass wir uns im Vorfeld informieren? Es doch gerade der Reiz der Bloggosphäre, dass sie so unverkrampft, pluralistisch und eben manchmal uninformiert mit Themen umgeht und nicht versucht, den Einheitsbrei der etablierten Medien zu kopieren. Noch dazu haben viele der besten deutschen Blogs gar nicht die Absicht zu berichten oder Themen von öffentlichem Interesse zu diskutieren und sind deshalb wunderbar erfrischend. Ein Paradebeispiel hierfür sind das Dreamteam McWinkel und Nilz Bokelberg. Beide sind Meister der Selbstinszenierung und brauchen nur ihre "fette" Schreibe, um ein breites Publikum für Alltägliches und Profanes zu begeistern. Vor und während ihres Aufenthalts in der Coca-Cola-WG inszenierten sie aufwendig einen "McWinkel vs. Nilz"-Kontest, u.a. mit der Wette dort jedes, ihnen von Lesern zugeschickte, T-Shirt zu tragen. Schade, dass ich erst viel zu spät auf diese Aktion aufmerksam geworden bin, sonst hätte ich ihnen dieses schöne Shirt zugeschickt. Ich bin sicher sie hätten Beide den Mumm gehabt, es zu tragen.

Bravi Tutti!

Filed under: Panorama - word2go @ 9:32 am
Was war das für ein Schock? Nicht mal 90 Sekunden mehr zu spielen, alle freuen sich bereits auf das Elfmeterschiessen und dann zirkelt Grosso den Ball unhaltbar um Lehmann herum ins Netz.

Bemerkenswert, wie still es plötzlich in "Deutschlands Wohnzimmer" war. Bemerkenswert aber auch, wie schnell der Enthusiasmus, der sich in den letzten Wochen aufgebaut hatte, zurückkehrte. Nur Sekunden nachdem del Piero die entgültige Entscheidung herbeiführte sang man wieder, klatschte Beifall für die Leistung der Nationalmannschaft. Bravi Azzurri! In einem Spiel, das keinen Verlierer verdient hatte, habt ihr verdient gewonnen. Aber auch: bravi Tedeschi! Das war phänomenal! Ihr habt mich stolz gemacht und es war eine Ehre, dabei sein zu dürfen und Euch von Spiel zu Spiel zu tragen.

Vielleicht schiesse ich ja über das Ziel hinaus, interpretiere zu viel hinein. Aber dieser kurze Moment, dieses Umschalten der deutschen Fans vom Schockzustand zurück zur Freude war für mich der beste Beweis dafür, dass während dieser WM etwas Grossartiges passiert ist. Der Grund für diesen Stimmungswandel ging unten auf dem Rasen von Spieler zu Spieler, tröstete jeden Einzelnen, baute ihn wieder auf und gratulierte ihm für seine Leistung. Klinsi, Klinsi, wunderbar! So etwas hat Fußballdeutschland noch nicht gesehen und der Dank dafür kam von den Rängen. In diesen elf persönlichen Momenten lüftete Klinsmann Deutschland und der Welt das Geheimnis seines - unseres - Erfolges. Diese, noch in der Niederlage unerschütterliche, positive Energie war magisch ansteckend. Wir mussten gar nicht Weltmeister werden, es genügte, auf diese Mannschaft stolz zu sein. Es musste hinaus in die Welt, dass wir diese Mannschaft lieben.

Klinsmanns leidenschaftliche Positivität steht symptomatisch für den Ruck, der während dieser WM durch Deutschland ging. Es wurde viel darüber diskutiert, dass die Deutschen wieder Flagge zeigen und angeblich ein neues Nationalgefühl entwickeln. Diese Diagnose ist in meinen Augen nicht nur nebensächlich, sondern schlichtweg falsch. Die WM war nicht der allseitig vermutete Befreiungsschlag von den Altlasten des Dritten Reichs und die zur Schau getragen Flaggen werden zwar nicht verschwinden aber in ihrer Zahl auch wieder abnehmen. Nein, dieses deutsche Fußballfest war vielmehr geradezu eine Lektion in positivem Denken und Begeisterungsfähigkeit. Der erfreulich frische Angriffsfußball unserer Mannschaft trug die Handschrift einer furchtlosen, positiven Philosophie. Einer die zupackt, sich nicht beirren lässt und alle Hindernisse nimmt. Es war der sprichwörtlich amerikanische Geist des "Just do it!", der unbegrenzten Möglichkeiten, den unser Team hier geatmet hat. Und diesen Geist haben die Fans gespürt und honoriert. Hierfür braucht man keine Nationaltümelei. Hierfür reicht einzig und allein ein Team, das von allen Ängsten und Zwängen losgelöst, frei aufspielt. Einem solchen Geist schwappt immer eine Woge der Dankbarkeit und Begeisterung entgegen und einer so spielenden Mannschaft verzeiht man auch sofort, wenn sie einmal verliert. Denn man weiss, dass sie wieder aufsteht.

July 4, 2006

Wer googlen kann, ist klar im Vorteil

Filed under: Panorama, Umwelt - word2go @ 8:09 am

Die "Umweltschützer" bei Politically Incorrect - die ich bezugnehmend auf Carl Amerys hervorragendes Buch "Hitler als Vorläufer" ab sofort nur noch als "Hitlers Erben" bezeichnen werde - brachten gestern einen "tollen" Gastbeitrag, in der die Autorin Kybeline den Umweltschützern in Deutschland vorwirft, dass ihnen der Bau einer Atomkraftanlage im türkischen Sinop vollkommen egal sei, weil die Türkei ja NATO-Mitglied und daher zum Bau einer solchen Anlage berechtigt sei. Das fehlende Interesse der Deutschen am türkischen Umweltschutz beweist sie deutlich anhand einer Google-Suchanfrage, die für die Schlagworte "Türkei" und "Umweltschutz" nur 6 Treffer erzielt.

6 Treffer? Wie skandalös!! Die Deutschen sind ja richtige Umweltschweine muss man daraus fordern.  Wieder einmal hat PI die Doppelmoral der Grünen scharfsinnig entlarvt!

Schade nur für den Demagogie-Effekt, dass Frau Kybeline die Suchanfrage gleich mitverlinkt hat. Wer dem Link folgt, sieht, dass sie nach "Türkei/Umweltschutz" gesucht hat. Dabei ist doch selbst demjenigen, der noch nie etwas von bool’schen Operatoren gehört hat, ziemlich klar, dass der Begriff "Türkei/Umweltschutz" in der Praxis deutscher Rechtschreibung ziemlich selten vorkommen dürfte. Der findige Internetdetektiv, auch Infobroker genannt, ersetzt nun kurzerhand den Schrägstrich durch ein Komma und siehe da: 811.000 Treffer.

Nun mag der findige Demagoge erwidern: "Ja, aber da sind doch bestimmt lauter irrelevante Seiten dabei, auf denen rein zufällig auch die Begriffe "Türkei" und "Umweltschutz" enthalten sind."

Gut, Relevanz lässt sich oft dadurch erkennen, dass man hinter den Suchbegriffen ein "pdf" hängt. Pdf’s werden nämlich noch immer vorwiegend von wissenschaftlichen oder offiziellen Institutionen erzeugt. Diese Suche bringt noch immer 189.000 Treffer, darunter viele Pressemeldungen, Fachartikel, Positionspapiere, Regelungen der Europäischen Kommission zu türkischen Umwelt-NGOs und vieles mehr.

Und wer sogar die ketzerische Verve besitzt, direkt nach den Begriffen "Atomkraftwerk" und "Sinop" zu suchen, findet endlich die Stimme der von PI gescholtenen Umweltaktivisten. Z.B. Robin Wood bereits im Jahr 2000, die Anti-Atom Community oder auch Greenpeace, die im April übrigens ein hervorragende Spezialausgabe "zur Lage in der Türkei" brachten, in der die Organisation v.a. die Situation von Mädchen und Frauen anprangerte, eine Fähigkeit, die PI ja jedem "Liberalen" abspricht.

q.e.d. 

Medialer Djihad

Filed under: Kirchliches - word2go @ 5:53 am

Man möchte fast glauben, Deutschland und Italien befänden sich im Krieg! Der Spiegel legt mit dreistdümmlicher Insektenmetaphorik vor, Sky Italia kontert mit Satellitenbildern, die sogar Colin Powell zur Ehre gereicht hätten. Bruno, der erschossene Bär, ist natürlich auch ein wichtiger Grund für die Verschlechterung der bilateralen Beziehungen zwischen Aust und Belpietro. Ein medialer Rundumschlag aus Hetze, Häme und Beleidigungen zieht von Kiel bis Licata. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:

1. Wir gewinnen auch ohne Frings
2. Bruno hätte beiden die Daumen gedrückt und will deshalb auf neutralem Schweizer Boden beerdigt werden
3. Kein italienischer Offizieller, kein Spieler hat jemals eine Sperre für Frings gefordert
4. Ich trinke heute aus Protest ein Nastro Azzuro
5. Elsa grillt mit ihren italienischen Nachbarn
6. Cantaremo canzoni d’amore (aber ned vom Eros)
7. Der Artikel kommt bei mir jetzt unter die Rubrik "Kirchliches", weil Europas Medienlandschaft langsam aber wirklich zur Glaubensfrage verkommt.

 

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