Snoopgate mit der kalten Schnauze
Ich weiß nicht, was mir mehr Kopfzerbrechen bereiten sollte. Die neuerliche Meldung, dass Bush jr. sich mal wieder über amerikanische Bürgerrechte hinweggesetzt hat? Eigentlich eher weniger, solche Nachrichten sind wir diesseits des Atlantiks ja gewohnt, wer soll sich da überhaupt noch aufregen. Der mangelnde Einfallsreichtum amerikanischer Medien? Schon eher. Der große Lauschangriff auf das amerikanische Volk, äh t’schuldigung, auf al-Qaida, hat jetzt also einen Namen:
Snoopgate.
Verdanken tun wir diese wunderbare Wortschöpfung dem Journalisten Jonathan Alter, der in der neuesten Newsweek jubiliert:
Endlich haben wir in Washington einen Skandal, der über Sex, Korruption und politische Intrigen hinausgeht, ja, sich auf große Fragen wie Sicherheit, Freiheit und die Grenzen der Macht des Präsidenten erstreckt
Schön, aber leider wohl nicht auf die Phantasie der Journaille. Deren Horizont erstreckt sich anscheinend ausschließlich auf die "News" die hinter Bushs Betrug stecken. Wer als erster publiziert ist schließlich vorübergehend "King of Queens" und hat seine "15 Minuten Ruhm". Deswegen heisst der Skandal nun "Snoopgate" und nicht "operation enduring wiretapping", "one bug in Osama", "the great interceptor", oder "civil rights on trace".
Wieviel Gates wollen die eigentlich noch öffnen, bis sie Bush mal wirklich an die Wäsche gehen? Stattdessen sonnen sich die Liberalen immer wieder im nostalgischen Glanz von "Watergate" und streicheln sich gegenseitig die Eier.
Fade neue Welt!


Baumwolltaschen












