Sex sells… the Singaporean way
Treue Leser sollten es wissen, aufmerksame Leser vielleicht aus der Gestaltung des Headers schließen:
I spent a considerable part of my studies in Singapore.
Eine Stadt, die mit wenigen Worten kaum zu beschreiben ist. Sicherlich, man könnte es sich einfach machen und das totalitäre Gebilde am Sack der malaisischen Peninsula einfach als entartetes Monster obrigkeitshöriger asiatischer Moderne abtun. Eine Stadt voller karrieregeiler Arbeitsameisen, die sich, mittels Lexus und Sennheizer Wohnambienttechnik, vom Einheitsbrei der PAP bestechen lassen und den lieben langen Tag nichts anderes tun, als Geld scheffeln. Aber da täte man dem geselligen Völkchen, das sich jenseits von Lee Kuan Yew, Sitzwärmer Goh Chok Tong, Lee Hsien Loong & Co. entwicklt hat unrecht.
Ja, sie haben manchmal etwas abstruse Argumentationsgänge, mit denen sie uns bespielsweise näherbringen, warum Kaugummis in Singapur verboten sind (mittlerweile darf übrigens wieder legal gekaut werden), das Grundmuster bleibt hier stets dasselbe: Chinesen, Malayen und Inder sind grundsätzlich schmutzig und kriminell, pissen in Aufzüge, scheißen im Stehen, ballern sich mit Feuerwerkskörpern die Augen aus dem Kopf und setzen sich eben mit Vorliebe in vorgekaute Chewinggums. Weil das alles furchtbar ist, gibt es drakonische Strafen und der Erfolg gibt der Regierung recht. Der Zweck heiligt die Mittel und ich wundere mich dann, warum ich um drei Uhr nachts einsam durch verlassene Straßen bummeln kann und mich kein bißchen unsicher fühlen muss. Solange ich nicht in Anlehnung an ein parkendes Auto meinen Rausch ausschlafe - das gäbe nämlich eine Nacht Sicherungsverwahrung in der mich der Staat davor "beschützt" (sic!), entsprechenden Lexus zu klauen - brauche ich mich beim Rausch ausschlafen auch nicht davor zu fürchten, in einen Kaugummi zu fallen.
Und Rausch ausschlafen, das kam im "Staat 1984" relativ häufig vor. Anfangs aus Frust über die gleichgeschalteten Studenten, dann aus Lebenslust an der Fülle an Eindrücken und Warmherzigkeit, die mir von den nicht verbalneurotisch geschulten, Nichtstudenten entgegenströmte. Singapur ist ein Moloch an Attraktivität, sobald man die Augen öffnet. Der Untergrund brodelt heiß, vom sozialkritischen Travestieschuppen bis zum verbotenerweise erst ab drei Uhr nachts geöffneten Whoha-Club, wo schon einmal ein PAP-Abgeordneter inkognito die Gitarre zur Begleitung einer volltrunkenen 17-jährigen Göre schwingt, die ihre ganz eigene Version eines Cindy Lauper Hits ins Mikro rotzt.
Einen Beweis für den langsamen Ausbruch Singapurs aus verkrusteten Strukturen liefert der Spiegel in einem schönen Artikel über die erste Sexmesse auf dem geheiligten Boden Temaseks.
Eine Stadt, die mit wenigen Worten kaum zu beschreiben ist. Sicherlich, man könnte es sich einfach machen und das totalitäre Gebilde am Sack der malaisischen Peninsula einfach als entartetes Monster obrigkeitshöriger asiatischer Moderne abtun. Eine Stadt voller karrieregeiler Arbeitsameisen, die sich, mittels Lexus und Sennheizer Wohnambienttechnik, vom Einheitsbrei der PAP bestechen lassen und den lieben langen Tag nichts anderes tun, als Geld scheffeln. Aber da täte man dem geselligen Völkchen, das sich jenseits von Lee Kuan Yew, Sitzwärmer Goh Chok Tong, Lee Hsien Loong & Co. entwicklt hat unrecht.
Ja, sie haben manchmal etwas abstruse Argumentationsgänge, mit denen sie uns bespielsweise näherbringen, warum Kaugummis in Singapur verboten sind (mittlerweile darf übrigens wieder legal gekaut werden), das Grundmuster bleibt hier stets dasselbe: Chinesen, Malayen und Inder sind grundsätzlich schmutzig und kriminell, pissen in Aufzüge, scheißen im Stehen, ballern sich mit Feuerwerkskörpern die Augen aus dem Kopf und setzen sich eben mit Vorliebe in vorgekaute Chewinggums. Weil das alles furchtbar ist, gibt es drakonische Strafen und der Erfolg gibt der Regierung recht. Der Zweck heiligt die Mittel und ich wundere mich dann, warum ich um drei Uhr nachts einsam durch verlassene Straßen bummeln kann und mich kein bißchen unsicher fühlen muss. Solange ich nicht in Anlehnung an ein parkendes Auto meinen Rausch ausschlafe - das gäbe nämlich eine Nacht Sicherungsverwahrung in der mich der Staat davor "beschützt" (sic!), entsprechenden Lexus zu klauen - brauche ich mich beim Rausch ausschlafen auch nicht davor zu fürchten, in einen Kaugummi zu fallen.
Und Rausch ausschlafen, das kam im "Staat 1984" relativ häufig vor. Anfangs aus Frust über die gleichgeschalteten Studenten, dann aus Lebenslust an der Fülle an Eindrücken und Warmherzigkeit, die mir von den nicht verbalneurotisch geschulten, Nichtstudenten entgegenströmte. Singapur ist ein Moloch an Attraktivität, sobald man die Augen öffnet. Der Untergrund brodelt heiß, vom sozialkritischen Travestieschuppen bis zum verbotenerweise erst ab drei Uhr nachts geöffneten Whoha-Club, wo schon einmal ein PAP-Abgeordneter inkognito die Gitarre zur Begleitung einer volltrunkenen 17-jährigen Göre schwingt, die ihre ganz eigene Version eines Cindy Lauper Hits ins Mikro rotzt.
Einen Beweis für den langsamen Ausbruch Singapurs aus verkrusteten Strukturen liefert der Spiegel in einem schönen Artikel über die erste Sexmesse auf dem geheiligten Boden Temaseks.


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