Les enfants oubliés des banlieues
Ein Kind, das in den Brunnen gefallen ist, ist in erster Linie erst einmal nass. So schnoddrig Daniel Cohn-Bendits Analyse, so traurig. Stumm und taub stellte sich der französische Staat. Die Vorstädte hungern? Sollen sie doch Kuchen fressen!
Mathematisch, planologisch, epistemologisch… Die Grand Nation hat auf ganzer Linie versagt und muss es sich nun vom Spiegel vorrechnen lassen. 30 Polizeiwägen pro Tag sind dieses Jahr im Schnitt bereits abgefackelt worden. Und das, bevor die neuesten Unruhen ausgelöst wurden. Reaktion? Gleich Null!
Es brennt! In den Vorstädten, … in den Köpfen. "La Racaille", den Abschaum, nennt die rechtslastige Journalistin Gudrun Eussner jenen Mob meist nordafrikanischer Einwanderer, der sich illegal in Frankreich aufhält, in Cachan, Clichy-sous-Bois oder La Courneuve Häuser besetzt und nun an vorderster Front die Intifada gegen den französischen Staat anführt. Damit macht sie sich nicht einmal verdächtig, denn La Racaille nennen sie sich auch selbst, Sprechgesang inklusive.
Intifada - wäre es nicht so traurig, man müsste eigentlich darüber lachen, dass es ausgerechnet Michael Wolffsohn ist, der, neben Gudrun Eussner, diesen Begriff in Bezug auf die Pariser Vorstadtkrawalle in die Medienlandschaft trägt. Der Vorzeigejude der deutschen Rechtsradikalen tritt mal wieder kräftig zu… und trifft. Und zwar genau den Nerv einer neuen deutschen Rechten, die sich noch etwas diffus als pro-amerikanisch, pro-israelisch, pro-Bush, anti-sozial aber auf jeden Fall antiislamistisch definiert und dabei erahnen lässt, dass das Gefahrenpotential, das sich tatsächlich hinter dem neuen Feindbild der Linken, dem Neokonservatismus, verbirgt, vor allem in der drohenden Rückkehr zu einem reaktionären, erzrepublikanisch-rassistischen Wertedogmatismus liegt, die dem ursprünglich außenpolitisch-szientistisch orientierten Neokonservatismus genauso fern liegt, wie die christlich-abendländische Koalition, die sich langsam gegen den Islam bildet. Der Neokonservatismus ist angetreten, um den Kampf der Kulturen zu verhindern, nicht ihn zu führen. Aber es ist nun einmal das Schicksal jeglicher Ideologie, in den falschen Köpfen zu landen.
Die Polarisierung des Denkens hat begonnen und wird mit der analytischen Klarheit des "Tertium non Datur", die dem Konservatismus schon immer eigen war, vorangetrieben. Was nicht weiss ist, ist schwarz; was nicht Hase ist, ist Fuchs; wer nicht mit uns ist, ist gegen uns…
Doch mit den Zwischentönen geht nicht nur das Augenmaß, sondern auch und zu allererst das Individuum verloren. Der Einzelne wird nur noch über die Gruppe wahrgenommen, seiner Individualität enteignet, seiner Bedürfnisse beraubt. Der Moslem aus dem Maghreb, der linke randalierende Raufbold, der zufällig besoffene Arbeitslose, der echte Verzweifelte… Sie alle sind plötzlich nur noch Instrumente, Vollstrecker und Gehilfen der Panislamisierung Europas. Gottes vergessene Kinder eben.
Mathematisch, planologisch, epistemologisch… Die Grand Nation hat auf ganzer Linie versagt und muss es sich nun vom Spiegel vorrechnen lassen. 30 Polizeiwägen pro Tag sind dieses Jahr im Schnitt bereits abgefackelt worden. Und das, bevor die neuesten Unruhen ausgelöst wurden. Reaktion? Gleich Null!
Es brennt! In den Vorstädten, … in den Köpfen. "La Racaille", den Abschaum, nennt die rechtslastige Journalistin Gudrun Eussner jenen Mob meist nordafrikanischer Einwanderer, der sich illegal in Frankreich aufhält, in Cachan, Clichy-sous-Bois oder La Courneuve Häuser besetzt und nun an vorderster Front die Intifada gegen den französischen Staat anführt. Damit macht sie sich nicht einmal verdächtig, denn La Racaille nennen sie sich auch selbst, Sprechgesang inklusive.
Intifada - wäre es nicht so traurig, man müsste eigentlich darüber lachen, dass es ausgerechnet Michael Wolffsohn ist, der, neben Gudrun Eussner, diesen Begriff in Bezug auf die Pariser Vorstadtkrawalle in die Medienlandschaft trägt. Der Vorzeigejude der deutschen Rechtsradikalen tritt mal wieder kräftig zu… und trifft. Und zwar genau den Nerv einer neuen deutschen Rechten, die sich noch etwas diffus als pro-amerikanisch, pro-israelisch, pro-Bush, anti-sozial aber auf jeden Fall antiislamistisch definiert und dabei erahnen lässt, dass das Gefahrenpotential, das sich tatsächlich hinter dem neuen Feindbild der Linken, dem Neokonservatismus, verbirgt, vor allem in der drohenden Rückkehr zu einem reaktionären, erzrepublikanisch-rassistischen Wertedogmatismus liegt, die dem ursprünglich außenpolitisch-szientistisch orientierten Neokonservatismus genauso fern liegt, wie die christlich-abendländische Koalition, die sich langsam gegen den Islam bildet. Der Neokonservatismus ist angetreten, um den Kampf der Kulturen zu verhindern, nicht ihn zu führen. Aber es ist nun einmal das Schicksal jeglicher Ideologie, in den falschen Köpfen zu landen.
Die Polarisierung des Denkens hat begonnen und wird mit der analytischen Klarheit des "Tertium non Datur", die dem Konservatismus schon immer eigen war, vorangetrieben. Was nicht weiss ist, ist schwarz; was nicht Hase ist, ist Fuchs; wer nicht mit uns ist, ist gegen uns…
Doch mit den Zwischentönen geht nicht nur das Augenmaß, sondern auch und zu allererst das Individuum verloren. Der Einzelne wird nur noch über die Gruppe wahrgenommen, seiner Individualität enteignet, seiner Bedürfnisse beraubt. Der Moslem aus dem Maghreb, der linke randalierende Raufbold, der zufällig besoffene Arbeitslose, der echte Verzweifelte… Sie alle sind plötzlich nur noch Instrumente, Vollstrecker und Gehilfen der Panislamisierung Europas. Gottes vergessene Kinder eben.


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