Der Fürst, der aus der Feuchte kam
Damit Ihr nicht ganz im Schatten des Papas steht, habt Ihr inzwischen ein bißchen im Irak rumgeballert, das eigene Volk der kollektiven Terrorismusparanoia unterworfen und "all around the world" ganz viel dicke neue, demokratie- und freiheitsliebende Freunde gewonnen. Während dieser Hochphase des Weltenglücks, als der Achse des Guten sozusagen die Sonne aus dem Arsch scheint, begebt ihr Euch auf Promotour durch das schöne Baltikum und sogar nach Georgien, wo vor gut einem Jahr James Baker III., ehemaliger US-Außenminister und heutiger Vorstand der Carlyle-Group, der damaligen Oppositionsführerin Nino Burdschanadse einen lukrativen Floh ins Ohr gesetzt haben muss. Denn nur Tage nach Bakers Besuch initierte die Opposition die sogenannte Rosenrevolution, die nur deshalb so rosig blieb, weil das georgische Volk etwas weniger gierig war, als die oppositionellen Protagonisten.
Die Promotour wird zum Triumphzug. Während Ihr ganz nebenbei dem alten Kommi Putin eine saftige Breitseite versetzt, bejubeln Euch die Menschenmassen auf den Straßen und halten Schilder in die Höhe, auf denen "Welcome Peace Duke", Willkommen Friedensfürst, steht.
Auch die Schaufenster Rigas sind mit den Plakaten wahrlich tapeziert.
Ja, sogar T-Shirts mit Eurem kantigen Konterfei wurden produziert und Ihr lasst es Euch nicht nehmen, stolz damit zu posieren.
Überglücklich über die entgegengebrachten Sympathiebekundungen legt Ihr in Tiflis noch locker eine heiße Sohle auf’s Parkett bevor Ihr wieder ins Oval Office zurrückkehrt. Dort schlagt Ihr die Washington Post auf und müsst in den Leserbriefen zu Eurem Schrecken folgendes lesen:
The photo accompanying Peter Baker’s May 7 news story "Memories of Soviet Repression Still Vivid in Baltics" had a rather benign caption that belied its content. I wonder whether the editors who chose the picture were aware of its significance.
The picture showed two signs in a storefront in Riga, Latvia. One featured a peace symbol and the words "Imagine, George!" The other showed President Bush with raised arms over the phrase "Welcome Peace Duke." Your caption blandly observed, "Storefronts in Riga display posters of President Bush, who arrived in the Latvian capital Friday to meet with the leaders of the three Baltic states." Indeed.
But to a Russian speaker, the message of the second poster was clear: "Peace Duke" is a cross-language verbal pun. Pronounced "Pizdyuk," its Russian homonym has a crude reference to the female anatomy as its root and renders in English as something you’re not likely to print with editorial letters.
If you did this on purpose, well, some of us salute you. If you did not, don’t feel bad that you got suckered; people of the former Soviet Union are quite clever at getting political nose-thumbings past the guardians of the media. They had a long practice period, and to quote your article on Soviet oppression, "It’s still a very, very living and present topic."
– Danny Collier
Die Bedeutung von Pizdyuk, die Danny Collier hier so peinlich berührt umgeht und welche wirklich nicht dem Jargon der Washington Post entspricht, passt natürlich nicht nur wie die Faust auf’s Auge zum Sprachgebrauch von word2go, sondern bezeichnet auch die Persönlichkeit Bushs vortrefflich.
Wörtlich übersetzt sich Pizdyuk als "little cunt dweller", also "kleiner Muschibewohner" und bezeichnet auf russisch jemanden, der nichts als Scheiße von sich gibt.
Als selbsternannten Punktrichter des "European Satire Grand Prix" gibt es für mich daher nur eine Wahl:
Latvia twelve points!


Baumwolltaschen












