Ein Akt. Er!
Michael Wolffsohn, Vorzeigejude der deutschen Rechtsradikalen (Ignaz Bubis); — Franz Müntefering, roter General und Neomarxist; — Guido Westerwelle, endlich schwuler Karnevalsvereinsvorstand; — Angela Merkel, Praktikantin vom Dicken; — Friedbert Pflüger, Enddarmbewohner eines gewissen US-Präsidenten; — Wolfgang Clement, Pragmatismusfanatiker und Wirtschaftswaise(r) in spe; — Edmund Stoiber, zukünftiger Bundeskanzler; — Roland Koch, Möchtegernkanzlerkandidat;
A.M.: Meine Herren, wir haben uns hier versammelt, um der unsäglichen Kapitalismusdebatte endlich ein vorläufiges Ende zu …
E.S. (betritt – wie immer ungefragt – den Raum. Laut): D’Ehre Michl, was hast denn iatz scho wieda für an Spruch abglassn?
A.M.: Herr Stoiber, müssen Sie mich eigentlich immer unterbrechen?
M.W.: Hab ja bloß g’sagt, dass da rote Laggl da drübn a nix bessers is wia de Nazis frühra!
F.M.: Also Herr Professor, ich muss schon sehr bitten! Eine Unverschämtheit ist das!
G.W.: Aber Sie haben doch angefangen mit der Heuschreckenplage, Herr Müntefering.
R.K.: Jawohl, dafür müssen Sie bezahlen. Politisch! Dafür stehe ich mit meinem Namen.
G.W.: He, he, damit bei dem auch mal was steht, he, he.
W.C.: Nun, ähem… jetzt wollen wir doch einmal zur Ruhe kommen, meine Herren. Alles wird ja immer nur halb so heiß gekocht, wie es gegessen, äh andersrum, wird. Die Sache ist doch die, wir haben ernstzunehmende Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten zu bewältigen, äh, sie wissen schon, die Lage der, äh von den Daten…
F.P.: Nein, wir bleiben jetzt bei der Sache! Herr Müntefering hat mit seinem Heuschreckenvergleich die internationale Wirtschaftselite ins Mark gekränkt und das deutsche Bild im Ausland beschädigt.
E.S.: Mei Bertl, du Schleimer, du glaubst doch ned imma noch, dass’d’amoi an Job bei da Carlyle Group griagst?! Mei o mei, und vor Dir hab i amoi an Respekt g’habt. Abba wo ma scho amoi dabei san. Erklär uns des doch amal wia’s des gmeint hast mit de Heuschreckn, Münte.
M.W. (keifend): Des kann ich ganz genau sagn wira des gmeint hat! Genauso wia mit de Juden damals. Des war genau des Gleiche. Da hams a vo Rattn und auslöschn und so gsprochen.
F.M.: Ich habe nicht gesagt, Finanzinvestoren seien Heuschrecken, ich habe gesagt sie fielen „WIE“ Heuschrecken über Unternehmen her.
R.K.: Wo ist den da der Unterschied, Herr Kollege?
G.W.: Der Unterschied ist: ich bin schwul, früher war ich wie schwul.
A.M.: Ich war nie ein Mädchen und heute wäre ich gerne wie ein Mädchen.
F.B.: Ach Georgie Boy…
R.K.: Und ich wär’ gern wie…
E.S.: Ja, des wiss’ma alle, was Du gern wärst, he, he…
F.M.: Nun mal ehrlich Herr Professor. Sie haben doch nur das Maul aufgerissen und losgegafert, damit Ihre Bücher wieder eine höhere Auflage bekommen. Das war doch schon letztes Jahr so, beim Folterskandal (word2go berichtete). Und - die Objektivität der Geschichtswissenschaft in allen Ehren - treiben Sie es mit Ihrer Art des Revisionismus nicht ein wenig weit… als Jude?
M.W.: Soll des heißn, dass ich als Jude z’weit rechts steh, oder was?
W.C.: Das soll heißen, dass Sie zugunsten des Populismus die Implikationen der Inhärenz Ihres Vergleichs post angestellt haben.
E.S.: Samma iatz im Fremdwörterclub oder was? Soll doch a Bayer a vasteh!
W.C.: Ich meine, er hätte bedenken sollen, dass er mit der Verleumdung des Herrn Müntefering automatisch der Unmenschlichkeit der Judenverfolgung im Dritten Reich ihre außergewöhnliche Bedeutung nimmt und ihr damit ein freundlicheres Gesicht gibt, als sie verdient hätte.
F.P.: Ah ja, die Linken. Die ganze Zeit auf Bush herumhacken und ihn mit „Adolf Nazi“ vergleichen, und kaum trifft sie der Vergleich mal selber, einen auf Relativierung des Hitlerregimes machen. Ihr seid mir so welche.
R.K.: Ja genau, Stalin lässt grüßen! Gesellen Sie sich doch zu Ihrem Genossen Kim Jong II. und genießen noch ein bisschen die Arbeiter- Bauern- und Lagerfeuerromantik. Aber lassen Sie uns hier in Ruhe wirtschaften. Ihr Linken habt doch noch nie was von Ökonomie verstanden.
G.W.: Oikos heißt Haus, he, he…
F.M.: Und kochen kann ich!
R.K.: Was gibt’s denn? Rote Bohnen?
A.M.: Als Frau muss ich sagen, dass Hauswirtschaft sehr viel mit Politik zu tun hat. Frau steht immer am Herd und in der zweiten Reihe.
E.S.: Politik is hoid nix für enk Weiber, gell?!
A.M.: Ich muss ja wohl sehr bitten. Schauen Sie sich doch bitte meine vorbildliche Karriere an. Frauen müssen einfach viel mehr Energie aufwenden, um an dieselben Positionen zu kommen wie Männer. Schauen Sie sich doch mal um.
M.W.: I sehg hier koa Frau!
A.M.: Eben.
F.M.: Wollen wir vielleicht wieder zurückkommen auf das Thema? Wir sind uns doch darüber einig, dass der Ausspruch von Professor Wolffsohn eine unsägliche Eselei darstellt. Ich habe bereits mit Genosse Peter darüber gesprochen, dass der Ausschluss aus der Bundeswehruniversität das Mindeste ist.
G.W.: Dann müssen Sie aber auch Ihren Posten räumen. Wie soll man den hier noch auf Schmusekurs zu den Wirtschaftsbossen gehen bei solchen Politikern. Sie versauen mir doch meine ganze Basis.
F.P.: Und wer soll dann die Stiftungsarbeit leisten für die Abermilliarden geplanten BWL-Elite-Hochschulen?
R.K.: Genau, mehr als ein BWL-Studium lässt doch das hessische Abitur gar nicht mehr zu.
E.S.: Ihr habt’s hoid koa Hohlmeier!
R.K.: Ihr doch auch nicht mehr.
E.S.: Aber mia hammas Bier. Und a paar Eier in da Hosn!
M.W.: Schaug, der Guido wird ganz rot. Ja, so a gstandner Niederbayer, so aus Straubing oder der Eckn, der hat scho was, gell!?
G.W.: Wollen Sie mich jetzt hier diskriminieren? Ich sag Ihnen, dann schlag ich mich gleich auf die andere Seite.
F.M.: Bleiben Sie doch bitte wo Sie sind, Herr Westerwelle. Minderheitenpublicity ist das, was wir uns zurzeit am wenigsten leisten können.
M.W.: Segst es, was des für oana is? Habt’s des g’hört?
F.M.: Das war doch auf die FDP bezogen, Herr Professor.
A.M.: Ich muss mal auf’s Töpfchen.
E.S.: I muass a strullern wie a Pferd. Und a Bier ward a ned schlecht. Gibt’s denn in dera Klapse nix zum dringa?
F.P.: Und was ist jetzt mit der Kapitalismuskritik?
W.C.: Die sitzen wir einfach aus. Soll ja niemand sagen können, die Deutschen lernten nicht aus Ihrer Geschichte.


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