Nur Gedanken

December 4, 2004

Alex (ja, aber) doch nicht schwul!

Filed under: Satirisches - word2go @ 8:28 am

Die alten Griechen waren wirklich schwer zu befriedigen. So langten weder die niederen Triebe, noch die Eleganz der Künste, um ihrem Leben Sinn zu verleihen. Schweinisch und viehisch die ersteren, aufrührerisch, verstörend und zur Maßlosigkeit verleitend die zweiten. Darum war es auch im antiken Griechenland so wichtig, zur athenischen Noblesse zu gehören. Das schnuckelig weiße Röckchen über den Arm geschlagen, mit Freunden philosophierend durch die Olivenhaine zu schlendern, das konnten sich eben nur die Reichen leisten. Zu sowas hatten die einfachen Handwerken nun mal keine Zeit. Denen war es belassen, ihren Job zu machen und den Mund zu halten.

Und manchmal ist die platonische Schau der Dinge halt doch etwas langweilig, weshalb der gebildete Grieche neben der Idee auch Anschaungsmaterial erster Güte bedarf. Und da die Jugend näher an der Reinheit liegt als das Alter, sind eben die Knaben von besserer Güte, als die Herren, das Fleisch noch zarter, der Po noch knackiger und… na, ja.

Der Sabber trieft zumindest dem guten Platon förmlich aus den Lefzen, als er Glaukon die Art der Liebe, der "Philie" anhand der Gestalt eines Knaben, ja anhand des Glaukons eigenen Empfindungen gegenüber den elfengleich zarten Wangen des Jünglings erklärt (Politeia IV)

Und prompt: hat sich Glaukon noch über ganze drei Bücher lang dumm gestellt,… jetzt hat er’s kapiert und Platon kann endlich zur Beschreibung der Gerechtigkeit übergehen.

Ja, ja, der Knabe als Spiegel des hedonistischen Selbst… und mehr. Die "alten" Griechen wußten ihn noch zu lieben. Auch Alexander war einmal ein Knabe. Und was für einer. Der des Aristoteles nämlich. Schwul oder nicht schwul war damals keine Frage.

Vielleicht sollten die homophoben "Neuen" Griechen ihre Geschichte umschreiben, wenn sie nicht wollen, dass Alexander auf Männer stand. Schon schlimm, wenn ein Hollywoodregisseur mehr über griechische Geschichte weiß, als die Griechen selbst.

zoon erotikon

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