Lassen Sie uns durch, wir sind Arzt!
Na, nachgeguckt? Genau, es ist Heldenzeit bei word2go, bzw. HeldInnenzeit, denn es geht um Judith Holofernes, die eindeutig hübscheste unter den ganzen Helden. Außerdem habe ich mich nicht vertippt. Das große I in HeldIn ist Absicht. Judith ist nämlich eine äußerst emanzipierte HeldIn. Singt sie zumindest. Aber ich glaube ihr das auch. Wenn sie anfängt von Konsumverzicht zu predigen, bekommt jeder echte Kerl Schweißperlen auf der Stirn. Pamela Anderson kann sich jedenfalls noch so nackt auf Kunstfellen räkeln. Der "neue" deutsche Mann wird heute nämlich erst zum Tierschutzaktivisten, wenn Fräulein Holofernes „wau, wau“ ins Mikrofon pustet.
Mit anderen Worten: die Frau hat Charisma. Ein Alphatierchen. Wovon sie auf jeden Fall nicht zu wenig hat, ist Mut und Selbstvertrauen. Ich meine, wer tauft sich schon nach einer vorchristlichen Emanze – die, laut Bibel, dem babylonischen Feldherrn Holofernes die Rübe absäbelt um das israelitische Volk zu retten - nennt seine Band „Wir sind Helden“ und veröffentlicht dann auch noch eine Single ohne Majorlabel? Das grenzt ja schon fast an Größenwahn.


das "Judit und Holofernes" Thema im Laufe der Kunstgeschichte
Umso schöner ist es, dass die Helden diesen Anspruch eins zu eins in die Tat umgesetzt und damit etwas geschafft haben, was viele bereits für unmöglich erklärt hatten. In der halsabschneiderischen Musikbranche Erfolg zu haben und dabei identisch zu bleiben.
Ganz im Vorübergehen retten sie die Welt der kleinen, individualistischen Bands vor der Assimilation. Wie damals Judit die Identität der Israeliten. Fein, dass es noch immer so große Geschichten im Kleinen gibt.
HeldInnenhaft!



Baumwolltaschen












