Nur Gedanken

May 27, 2004

Disclaimer für die Merkbefreiten

Filed under: Satirisches - word2go @ 11:30 am

Elemente dieses Textes sind satirischer Natur, ironisch verfälscht, sarkastisch übertrieben und zynisch verklärt. Das soll so sein und steht dem Autor dieser Seiten im Rahmen der künstlerisch selbstherrlichen Freiheit zu. Sollte durch irgendeine Wortwahl, Verknüpfung von Worten und Sätzen oder bidlhafte Metapher der Eindruck entstehen, der Autor dieser Zeilen würde zur Enthauptung eines der Protagonisten des Textes oder gar seiner Tötung aufrufen, dann ist dies lediglich eine dumme kleine Fehlinterpration auf Seiten des Interpretierenden.

PS: Auch der Text ist natürlich Klasse.

May 26, 2004

Tagträume eines Bundespräsidenten

Filed under: Politisches - word2go @ 11:37 am

In einem früheren virtuellen Leben hatte ich schon einmal darauf verwiesen, dass ich Horst Köhler für den falschen Mann im Amt des Bundespräsidenten halte.

Allein der Versuch einen ehemaligen IWF-Vorsitzenden als moralisches Oberhaupt einer per definitionem „ineffizienten“ Organisationsform - denn das ist Gesellschaft ganz im Allgemeinen - zu legitimieren, glich damals, in meinen Augen, schon in seiner Grundidee der Quadratur des Kreises. Doch sowohl in meinem Blog, als auch im restlichen Bundesgebiet blieb das Feedback auf Köhlers Kandidatur verhalten. Das hat sicherlich gute Gründe. In Abfolge ihrer Wichtigkeit wären das, die ohnehin bereits im Vorfeld festgestellte Chancenlosigkeit der Regierungskandidatin, sowie die schlichte Tatsache, dass wir da eh nichts reinzureden haben. Das macht nämlich die Bundesversammlung.

Und dann wäre da noch das grundsätzlich mangelnde Wissen über den Internationalen Währungsfonds. Aber ich will hier keine Abhandlung über Sinn und Unsinn der Bretton-Woods-Institutionen verfassen. Nur soviel: es gibt tatsächlich Schlimmeres, als die von allen gescholtenen WTO und IWF. Nämlich die – aufgrund des locker sitzenden Geldbeutels - allseits beliebte Weltbank. Denn da sitzen die wirklichen Abzocker. Der IWF kommt meist erst an zweiter Stelle ins Spiel und hilft den Schuldnerländern bei der brisanten Frage, wie sie ihre Weltbankwucherzinsen bloß wieder abgezahlt bekommen.

Die immer umfangreiche Anamnese könnte sich der IWF in Grunde sparen, denn als Rezeptur auf alle Wehwehchen gilt hier die Luxusformel: „stabiles Sparen macht schlank“. Also, Strukturanpassung bis der letzte Mindestlohn gefallen und staatliche Marktintervention, bzw. das soziale Netz durch vollkommen informierte, weitsichtige Privatvorsorger ersetzt ist. So zumindest in der neoliberalen Theorie.

Gelegentlich arbeitet der IWF für spezielle Freunde auch schon mal einen polizeilichen Notfalleinsatzplan aus. Nur für den Fall, dass sich militante Sozialstaatsfanatiker, denen die Strukturanpassungen nicht schmecken, zusammenrotten sollten.

Nun gut. Kaum hat es Horst Köhler tatsächlich ins höchste Bundesamt geschafft, kündigt er auch schon an, unangenehm und politisch zu werden. Ja, er will sogar manche Gesetze nicht unterzeichnen, die ihm nicht passen. Was für ein Schlingel?! Also, da hätte sich der gute Herr Köhler ruhig schon einmal mit seinem künftigen Job auseinandersetzen sollen.

Mit seinen Aufgaben und Pflichten sowieso. Aber vor allem mit dem, was er nicht darf. Da gehören die obigen Dinge nämlich dazu. Er darf nicht politisch sein und erst recht darf er Gesetze nicht „nicht“ unterschreiben. Er kann seine Unterschrift höchstens aufgrund formaler und – jedoch stark eingeschränkt – materieller Fehler hinauszögern, bis das Verfassungsgericht die Gesetzesvorlage überprüft hat. Auf keinen Fall hat er das Recht, Gesetze nach seinem politischen oder weltbildlichen Gusto zurückzuweisen.

Ätsch Herr Köhler, das war halt alles nur geträumt. Aufwachen bitte! Sehen sie es einfach praktisch. Machtlosigkeit kann ungeheuer entspannend sein. Mann muss halt nur den Gürtel ein wenig enger schnallen. Vielleicht zeigt Ihnen mal ein z.B. argentinischer Gönner, wie das geht. Oder ein ukrainischer. Mexikaner? Auch gut.

Alle roten Socken dürfen zumindest aufatmen. Keine Bange also vor dem „politischen“ Bundespräsidenten! Und wie der Denkpass heute theoretisiert, könnte Gesine Schwans Niederlage ausgerechnet Angie „Baby“ Merkel bald am Gaumensegel kitzeln. Keine schlechte Idee, der Unionsspitze den Frauenbonus zu klauen. Und dann bekommen wir vielleicht wieder einen weniger rufschädigenden Präsidenten, den man auch außerhalb der OECD-Welt mag.

May 15, 2004

Das große Rennen von Belleville

Filed under: Rezensionen - word2go @ 11:17 am


Ach, was hörte ich sie loben. Die Huldigenden, Fetischisten des güldenen Kalbes. „Zeichentrick der Extraklasse“ hier, „charmantes, animiertes Meisterwerk“ dort. Knisternd, an den feuchten Fingern ätzend, beim Umblättern ins Gesicht schreiend: „ein Film, ein Film, ein europäischer Film, dem Herr sei’s gedankt.“ Ja, hebt nur Eure Sandale und rennt ihm hinterher, Eurem Filmgott.

Gewiss, er ist so liebevoll gezeichnet, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommen möchte, auch nur ein böses Wort über das versuchte Kunstwerk zu verlieren. Wenn sich der Regisseur auch nur annähernd liebevoll in den Details der Handlung verloren hätte… was hätten wir für einen großen europäischen Film genießen dürfen.

Doch so? „Bleibt nicht Fisch, nicht Fleisch“, möchte ich den Herren Lobhudlern entgegensetzen. Was soll man sagen zu einem sprachlosen Film, der dann doch ohne Sprache nicht auskommt? Was sagen zu den, keineswegs so amüsanten, Stereotypen amerikanischer und französischer Gemeinsamkeiten?

Ob ich die Kunst nicht verstehe? Vielleicht. Ich verstehe selbst nicht ganz, warum ich gerade hier der Kunst die Freiheit nicht vergönne. Wo sie doch so viel Mühe gekostet hat. So viel mehr als in realen Filmwelten. Vielleicht aus demselben Grund, aus dem ich kein avantgardistisches Theater mag, in dem sich die Hauptdarsteller stammelnd und stotternd in Blut und Fäkalien wälzen, um mit der Brachialität einer Abrissbirne einen Sachverhalt darzustellen, für den ein leiser Abendhauch genügt hätte.

Nein, nicht die Künstler haben die Seele dieses Films zerstört, sondern ein Regisseur, der zuviel wollte. Ein einziges Oxymoron hätte er sein sollen in seiner ganzen Stille und Melancholie. Ein Film der weh tut, der alles andere als schön ist in seinen schönen Bildern. Aber auch eine Gratwanderung, ein Ausloten der Grenzen der Übertreibung. Anstatt ganz unbekümmert drauflos zu stereotypisieren, scheint der Regisseur derart von einem moralinsauren Krampf gepeinigt gewesen zu sein, dass er bereits sehr früh im Film die Grenze der Übertreibung überschreitet. Was ihn in Erklärungsnot und damit das Stilmittel zum Bruch bringt.

Den Rest der Zeit schwankt der Streifen unentschlossen zwischen Slapstick und erdrückend überzeichneter Zivilisations- und Fortschrittskritik, die, wie sollte es auch anders sein, in dumpfem Antiamerikanismus gipfelt. Doch zu gern sieht der europäische Schöngeist darüber hinweg, dass Belleville natürlich New York symbolisiert, die Triplettes natürlich die vergessene, verschmähte und verdrängte europäische Kultur darstellen und die Begierde der Belleviller Mafia und High Society nach der Quadratur der Tour de France natürlich für die Gigantomanie des raffgierigen Amerikaners an sich steht. Außer Frage, dass europäische Beharrlichkeit am Ende gegen den „Besser-Ami“ obsiegt.

Das Ausmaß dieses kulturellen Minderwertigkeitskomplexes ist gewaltig und die sich vor Begeisterung überschlagende europäische Presse schlägt mir ebenfalls gewaltig auf den Magen. Vor lauter Kritiklosigkeit.

May 14, 2004

die totale Eurovision

Filed under: Musikalisches - word2go @ 11:13 am
Natürlich drücken wir alle Max ganz fest die Daumen für den Grand Prix. Rahvin hat sich für uns geopftert und es tatsächlich nicht nur geschafft, alle Titel anzuhören, sondern uns auch noch ein "worst of" zusammenzustellen.

So viel Mut sollte belohnt werden.

Darum von meiner Stelle ein herzliches Dankeschön!

PS.: Falls Dir bei der Aktion die Kotztüten ausgegangen sind, hier gibt’s noch welche.

Ich Deutscher…Du Feind!

Filed under: Panorama - word2go @ 11:07 am


Der Laborant meinte, ich solle nicht so hart mit Spiegelredakteur Severin Weiland in Gericht ziehen, weil der auf die derzeitige innerdeutsche Diskussion um ein Feindstrafenrecht angespielt und sich nur ein wenig mißverständlich ausgedrückt habe. Und zog dann mit mir hart zu Gericht.

Natürlich knüpple ich manchmal verbal. Besser gesagt verbalisiere ich oft etwas knüppelig. Aber dafür ist dieses ja Blog auch da. Ich will ja auch keine rosa Wattebauschen verteilen. Außer an die, die ich mag natürlich. Und Herr Weiland wird vorerst kein herzallerliebst plüschiges Sonstetwas von mir bekommen, weil ich auch nach dem zwanzigsten Durchlesen seines Artikels nicht einmal den Hauch einer Anspielung auf das Feindstrafrecht entdecken konnte. Sorry. Selbst wenn, wäre der Sachverhalt derselbe geblieben.

Doch ich bin auch einsichtig. Und sehe ein, dass der Laborant einen Grund hatte, den Artikel anders zu lesen als ich. Und der Grund ist auch noch einleuchtend. Er war einfach besser informiert.

Deswegen poste ich heute einmal einen Fremdartikel als Ganzes, weil er einfach gut ist. Und natürlich wichtig. Auch dann, wenn er im Original in der Süddeutschen stand, mit der man als (in meinem Fall ehemaliger) Student des Geschwister-Scholl-Instituts fast schon automatisch auf Kriegsfuß stehen muss. Zumindest, wenn man ein Interesse daran hat, dass a) politische Wissenschaft in München eine Zukunft hat und b) M94,5 seine Senderäume behält. Aber gut, das ungleiche Match zwischen dem GSI auf der einen, und SZ, sowie bayrischer Staatskanzlei auf der anderen Seite des Netzes, ist vielleicht mal einen eigenen Artikel wert.

Strafrecht als Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln - der Beschuldigte als militärisches Ziel
Von Heribert Prantl

Ein Blick in die Zukunft der inneren Sicherheit. Ein Zeitungsaufmacher von 2006: ¸¸Der Bundestag hat nach heftigen Diskussionen das neue Feindstrafgesetzbuch beschlossen, das künftig im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus Anwendung finden soll. Rechtsgarantien, die für normale Straftäter gelten, sind hier außer Kraft gesetzt. Das neue Recht wartet nicht, bis die Beschuldigten terroristische Straftaten begangen oder dies versucht haben; es greift schon dann zu, wenn sie auf Grund von Tatsachen als gefährlich gelten. Das Gericht kann dann Sicherungshaft von unbeschränkter Dauer verhängen, deren Notwendigkeit allerdings von einem Gericht regelmäßig überprüft werden muss."

Weiter in der Fiktion: ¸¸Die Bundesregierung sprach von Staatsnotwehr gegen al-Qaida und ähnliche Gruppen. Man könne den Gefahren des Terrors nicht mit dem normalen Strafrecht begegnen, weil man die absoluten Feinde des Staates nicht mit den Rechten ausstatten dürfe, die der Rechtsstaat für seine Bürger bereithalte. Der Bundesinnenminister begrüßte die Aufteilung des Strafrechts in ein Bürgerstrafrecht und in ein Feindstrafrecht: ,Wer als Person behandelt werden will, muss seinerseits eine gewisse Garantie dafür geben, dass er sich als Person verhalten wird. Bleibt diese Garantie aus oder wird sie sogar ausdrücklich verweigert, wandelt sich das Strafrecht zu einer Reaktion gegen den Feind." Die Opposition begrüßte das neue Gesetz lebhaft: Wer sich erkennbar, dauerhaft und brutal vom Recht abgewandt habe, der könne nicht als Bürger mit einer unantastbaren Rechtssphäre betrachtet, sondern der müsse als Feind identifiziert werden. Der Vorsitzende des Innenausschusses erklärte dazu: ,Feindstrafrecht ist also Krieg, dessen Gehegtheit oder Totalität auch davon abhängt, was vom Feind alles zu befürchten ist." Bürgerrechtsvereinigungen weigerten sich hingegen, das neue Feindstrafrecht als Recht anzuerkennen. Der Satz ,Recht ist, was dem Staat nützt" sei Kennzeichen totalitärer Staaten. Exakt dieser Satz aber liege letztendlich dem Feindstrafrecht zugrunde."

Die Zitate in diesem fiktiven Aufmacher (der so ähnlich einmal durchaus in den Zeitungen stehen könnte) stammen nicht von der Bundesregierung oder der Opposition. Geschrieben hat sie der Bonner Strafrechtsprofessor Günther Jakobs, der seit Jahren die Lehre vom Feindstrafrecht vertritt; sie stößt in der Strafrechtswissenschaft auf gar nicht so heftige Kritik, wie man erwarten könnte. Eine fulminante Dissertation (¸¸Krieg und Feindstrafrecht" von Alejandro Aponte), soeben im Freiburger Max-Planck-Institut für internationales Strafrecht erschienen, legt dar, wie ein solches Feindstrafrecht in Kolumbien beim Krieg gegen die Drogenkriminalität schon zum Einsatz gelangte; der Feind wurde dort in der Praxis weniger als Beschuldigter denn als militärisches Ziel behandelt. Geheimverfahren gegen Staatsfeinde wurden, auch zum Schutz der Justiz, wie es hieß, per Gesetz eingeführt: Der Beschuldigte wusste also nicht, welcher Richter über ihn urteilte; auch die Staatsanwälte, Zeugen und Gutachter blieben geheim, Urteile wurden nicht unterschrieben. Als das Verfassungsgericht eine solche ¸¸Justiz ohne Gesicht" kritisierte, galt es auf einmal selber als Feind.

Es sind Ideen des Feindstrafrechts, die derzeit durch die deutsche Politik wabern - noch wenig konkret, aber in der Tendenz deutlich. In Interviews lassen Sicherheitspolitiker ihr Unbehagen darüber erkennen, ob die Kategorien des Strafrechts gegen al-Qaida und Co. ausreichen; Otto Schily garniert das Unbehagen mir markigen Äußerungen. ¸¸Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben", hat er jüngst gesagt. Das klingt, als solle nun der Krieg im Inneren eingeführt werden.

Sicher: Der Rechtsstaat muss sich vorsehen. Sterben kann er aber auch an seiner Verteidigung.

Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr.98, Mittwoch, den 28. April 2004 , Seite 4

Lassen Sie uns durch, wir sind Arzt!

Filed under: Musikalisches - word2go @ 10:51 am


Wie, Ihr kennt dieses Zitat nicht? Der zugehörige Silberling sollte doch eigentlich in jedem ordentlichen deutschen Haushalt den CD-Player zum Glühen bringen. Es macht noch immer nicht klick? Dann fragen wir doch mal unseren allerliebsten Freund google, der spuckt bei dieser Zeile bestimmt etwas aus.

Na, nachgeguckt? Genau, es ist Heldenzeit bei word2go, bzw. HeldInnenzeit, denn es geht um Judith Holofernes, die eindeutig hübscheste unter den ganzen Helden. Außerdem habe ich mich nicht vertippt. Das große I in HeldIn ist Absicht. Judith ist nämlich eine äußerst emanzipierte HeldIn. Singt sie zumindest. Aber ich glaube ihr das auch. Wenn sie anfängt von Konsumverzicht zu predigen, bekommt jeder echte Kerl Schweißperlen auf der Stirn. Pamela Anderson kann sich jedenfalls noch so nackt auf Kunstfellen räkeln. Der "neue" deutsche Mann wird heute nämlich erst zum Tierschutzaktivisten, wenn Fräulein Holofernes „wau, wau“ ins Mikrofon pustet.

Mit anderen Worten: die Frau hat Charisma. Ein Alphatierchen. Wovon sie auf jeden Fall nicht zu wenig hat, ist Mut und Selbstvertrauen. Ich meine, wer tauft sich schon nach einer vorchristlichen Emanze – die, laut Bibel, dem babylonischen Feldherrn Holofernes die Rübe absäbelt um das israelitische Volk zu retten - nennt seine Band „Wir sind Helden“ und veröffentlicht dann auch noch eine Single ohne Majorlabel? Das grenzt ja schon fast an Größenwahn.


das "Judit und Holofernes" Thema im Laufe der Kunstgeschichte

Umso schöner ist es, dass die Helden diesen Anspruch eins zu eins in die Tat umgesetzt und damit etwas geschafft haben, was viele bereits für unmöglich erklärt hatten. In der halsabschneiderischen Musikbranche Erfolg zu haben und dabei identisch zu bleiben.

Ganz im Vorübergehen retten sie die Welt der kleinen, individualistischen Bands vor der Assimilation. Wie damals Judit die Identität der Israeliten. Fein, dass es noch immer so große Geschichten im Kleinen gibt.

HeldInnenhaft!

May 12, 2004

DER HOHLSPIEGEL

Filed under: Panorama - word2go @ 11:00 am


Es gab, Zeiten, da war eine Redaktion noch eine Redaktion. Journalisten schrieben ihre Texte, Redakteure prüften deren Inhalt, gaben den Text frei, bemängelten, redigierten. Daher der Name.

Heute gibt es das Internet und jeder Blogger kennt das Phänomen: die Finger schreiben schneller als das Hirn denkt, aber macht ja nix, man kann den Text ja im Nachhinein redaktionell überarbeiten.

Doch machen Journalisten oft nicht nur Rechtschreib-, sondern auch Sinnfehler. Und wenn dann der Redakteur zu faul war, den Text zu lesen - Online-Redaktion spart ja in erster Linie Zeit und die ist bekanntlich viel zu knapp bemessen - kann es manchmal ziemlich peinlich werden. Für Journalist, Redakteur und manchmal auch das Blatt. Natürlich nur dann, wenn der Leser aufmerksam liest. Was ich wohl getan habe, sonst würde ich diesen Text nicht schreiben (in Anerkennung mir selbst auf die Schulter klopfend, eigenen Speichel leckend).

Kurzer Rede langer Sinn: peinlich sollte diesmal Spiegelschreiberling Severin Weiland dessen, mit Verlaub, äußert dümmlicher Artikel zu Michael Wolffsohns Faux Pas bei Sandra Maischberger sein (sie kann also doch noch nachfragen).

Der Historiker der Bundeswehruniversität München hatte am 5. Mai bei Maischberger zu(m Besten) gegeben, dass er Folter bei Kriegsgefangenen verabscheue, bei Terroristen jedoch befürworte, da sich diese mittels ihrer abscheulichen Taten den "Bewertungsgrundlagen unserer zivilisierten Ordnung" entzögen und man bei ihnen deswegen "mit herkömmlichen Methoden" nicht mehr auskomme.

Ich will mich auch gar nicht lange zu Wolffsohns Logorhoe auslassen, sondern nur kurz auf Aristoteles’, Hobbes’ und Sloterdijks Definition dazu verweisen, was mit Menschen, bzw. Staaten passiert, die sich außerhalb der Normenkodizes von Gesellschaften stellen. Im Grunde sind sich alle drei ziemlich einig darin, dass so etwas gar nicht funktioniert, man müsste schon ein Gott sein, auf jeden Fall wären solche Leute/Staaten ziemlich einsam.

Ist also schon mal nichts mit dem Entzug aus unseren Bewertungsgrundlagen Herr Professor, gell. Wär ja schön blöd, wenn wir Terrorismus gar nicht mehr "Scheiße" finden dürften, oder? Was mich zu der Schlußfolgerung bringt, dass Sie wohl an so eine Art "Nichtmenschen" gedacht haben müssen. Leider muß ich Sie enttäuschen, da haben, auf gut bayrisch, auch schon deppertere Deppen gedacht. Also, ein dreifaches: "Depperter Depp, depperter Du…"

Ach ja, ein Zweites noch. Der Professor scheint auch Nachhilfebedarf in kausaler Logik zu haben. Ihr wisst, das ist die Sache mit dem Regen. Wenn es regnet, dann kann man daraus folgern, dass die Straße nass wird, man kann jedoch nicht den Umkehrschluss ziehen und behaupten, dass es unbedingt geregnet haben muss, wenn die Straße nass ist. Kann ja auch der Gärtner mit dem Gartenschlauch sich ein wenig verspritzt haben.

Nun gut, angenommen Wolffsohn hätte Recht, und Terroristen wären wirklich in der Lage sich unseren Bewertungskriterien zu entziehen, dann ist es trotzdem ziemlich waghalsig zu folgern, sie wären resistenter gegen die herkömmlichen Methoden polizeilicher Befragung als "normale" Menschen. Wo bitte ist der kausale Zusammenhang? Ich meine, ich sehe ein, es wäre wahrscheinlich eine notwendige Bedingung für Göttlichkeit.

Halt. Stop, das muß ich revidieren. Es wäre eine notwendige Folge der Einsamkeit im hobbes’schen, bzw. sloterdijk’schen Sinne. Wo der einsame Wanderer so einsam wandert, dass er niemals zur Gesellschaft und die Gesellschaft niemals zu ihm kommt, könnte man ihn auch mit herkömmlichen Methoden der Physik nicht mehr erreichen (an dieser Stelle: where the fuck is Bin Ladin?).

Es wäre aber wohl keine Folge der Göttlichkeit, denn hier könnte, nach Wolffsohns Meinung, der Göttliche mittels der physikalischen Methode des "Zigarettenkippen auf dem Arm Ausdrückens" wieder auf den Boden der Tatsachen, bzw. der gesellschaftlichen Belangbarkeit zurückgeholt werden. Und wenn Gott das nach alldem trotzdem nicht einsehen will, können wir ihn ja immer noch kreuzigen, gell Herr Professor? Soll ja auch schon vorgekommen sein.

Jetzt habe ich mich doch länger ausgelassen, und eigentlich wollte ich doch nur etwas über Severin Weiland und eitle, bzw. faule Spiegelredakteure erzählen. War aber auch zu verlockend. Also der Severin hat seinen Artikel eigentlich ganz ordentlich angefangen und hat auch durchblicken lassen, dass sowohl sein, als auch der common sense nichts, aber auch gar nichts von Wolffsohns Meinung halten und es so gut wie Banane ist, ob die Folteropfer nun Kriegsgefangene oder Terroristen sind. Foltern ist eben einfach immer "Scheiße".

Soweit so gut. Doch dann das:

Wolffsohn hat die Folterdebatte in gänzlich anderem Zusammenhang wieder aufgebracht - zu einem Zeitpunkt, da die Bilder aus den irakischen Gefängnissen Wellen des Schocks auslösen. Diesmal ist er wohl zu weit gegangen, auch wenn er die Misshandlung von Kriegsgefangenen ablehnt. Doch wer ist im Krieg im Irak Kriegsgefangener, wer Terrorist?

Lieber Severin, ich muß Dir leider sagen, Du bist inkontinent. Äh, inkonsistent. Die Frage, ob Kriegsgefanger oder Terrorist, stellt sich doch gar nicht mehr. Es geht um den Uniprof. Nicht um Deine Meinung zum Irakkrieg. Auch, wenn die nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe ganz passabel ist.

Also, setzen sechs.
Und für Deinen Lehrer/Redakteur auch. Die faule Sau.
Aufmerksamer lesen in Zukunft!

current mood: wandering
currently listening: I’m a wanderer

May 10, 2004

nur jepoppt

Filed under: Musikalisches - word2go @ 10:47 am


Interessante Diskussion bei Klemm dirigiert.

Ich kann dazu nur sagen: Mozart war auch mal Pop!

Deshalb der Lauschtipp:

Einschub 10. Mai: Sapperlot, jetzt sagt doch die elsa, síe sei viel zu alt und kenne außer oasis keine der Bands. Dabei kann es die missionarische Seite in mir natürlich nicht belassen, deshalb könnt ihr jetzt Hörproben downloaden, wenn ihr auf den Bandnamen klickt. Es versteht sich natürlich von selbst, dass ihr die mp3’s nach dem Hören brav von der Festplatte löscht, gell?! Wenn ihr mehr hören wollt, könnt ihr in der Navi auf eines der Alben klicken, da kommt ihr dann zu amazon.de und könnt die Scheibe kaufen. Und nein, ich habe kein schlechtes Gewissen Provision zu kassieren {Emotic(smile)}

- muse - placebo - radiohead - blur - travis - the verve - oasis - pulp - coldplay - Franz Ferdinand - Belle & Sebastian - starsailor - smoke city - pearl jam - turin brakes - beulah - tindersticks - ocean colour scene - the shins - portishead - moloko - death cab for cutie - morcheeba - fieldmice - mobycooper temple clause - super furry animals - the flaming lips

Meine persönliche Meinung zur Genese der Kunst?

Schlicht der Mangel an Sex! Ohne Wehmut kein…

May 8, 2004

Unser Klo soll schöner werden

Filed under: Singapur - word2go @ 10:33 am

Nun vergibt Singapurs PAP schon Sterne an Toiletten. Wann werden die wohl den Preis für die sauberste Kanalisation bekommen?

Persönlich fand ich solche Erziehungsmaßnahmen witziger:

 

May 7, 2004

Schreibman schreibt…

Filed under: Panorama - word2go @ 10:27 am

Herr Merz meinte heute in der Tagesschau, dass "wir eine Regierung haben, die ihr Handwerkszeug nicht versteht." Die CDU fordere daher mehr Verständnis für die Werkzeuge.

Na, da können wir Gerd und Co. und auch den Dumpfbacken von der CDU locker auf die Sprünge helfen:

Ein Werkzeug ist ein System aus physikalischen Komponenten und/oder Informationen, dessen Anwendung eine bestimmte Arbeit erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht. Das Werkzeug ist dabei im Gegensatz zur Maschine nicht unabhängig einsetzbar. Es erfüllt seinen Zweck nur im Rahmen seiner Handhabung durch einen Menschen (oder ein Tier) oder als Komponente innerhalb einer Maschine oder eines Apparates.

Im Einzelnen steht der Begriff Werkzeug für…

The Pledge

Filed under: Rezensionen - word2go @ 10:24 am


Also, so was!?

Gestern war so ein richtig schöner Tag zum Verbummeln. Dicke Regentropfen an den Fenstern, draußen kalt, innen heimelig warm und nichts zu tun. Gar nichts. Zu Hause bleiben und die Langeweile genießen. Wie wunderbar.

Als uns um 14:00h nachmittags bereits die Decke auf den Kopf zu fallen droht, kommt Linda, meine Freundin, auf die herrliche Idee Pizza zu backen und Video zu gucken. Also Laptop raus, Video-CD rein, die klammen Glieder unter die flauschige Decke und nochmal tief und innig das Gefühl genießen, Student zu sein, keine festen Arbeitszeiten zu haben und sich unter der Woche solch einen Luxus antun zu können. Jeder Tag zwischen heute und der Abgabe der Magisterarbeit zählt, die Gelegenheiten kommen nicht mehr oft.

Die selbstbelegte - und weil selbstbelegt, Maulsperre verursachende – Schinken-, Hackfleisch-, Salami-, Barbecue-, Oliven-, Spinat- und Knoblauchpizza mampfend, realisiere ich den Vorspann. Nach einem Buch von Friedrich Dürrenmatt. Und Sean Penn, Hollywoods intellektueller Kriegsgegner, der, obwohl er in seiner Freizeit bevorzugt Frauen aber gerne auch mal fotografierende Fotojournalisten weichklopft, in der ganzen Welt geliebt wird, hat Regie geführt. Eine Frage formuliert sich in meinem heute sehr langsam, da freihabend, denkendem Hirn und fettige Finger greifen nach dem CD-Cover. Wie heißt eigentlich der Film? „The Pledge“. Aha! Gelöbnis, Schwur oder so ähnlich. Der Vorspann geht weiter, verspricht Jack Nicholson, Mickey Rourke und Benicio del Toro. Wow, drei der ausdruckvollsten Charakterfressen, die Hollywood zu bieten hat. Ich werde langsam richtig neugierig und freue mich immer mehr über den gelungenen Faulenznachmittag.

Die Kamera zeigt Nicholsons staubige, von Mückenstichen übersäte und vernarbte Knöchel, fährt leicht zurück und gibt den Blick frei auf den vor einem dreckigen Caravan, ach nein, vor einer dreckigen Tankstelle stehenden Schauspieler, der mit verkniffenem, blutverklebtem Gesicht gegen den staubigen Wind anjammert. Jammert? Nein, der Typ betet. Definitiv brabbelt der seinen Sermon herunter und sieht dabei nicht gerade glücklich aus.

O.K. der Film spielt auf jeden Fall nicht in der Schweiz. Verzweifelt versuche ich mich an die mir bekannten Dürrenmattromane zu erinnern, doch wie gesagt, das Gehirn hat heute Pause. Linda fallen „die Physiker“ ein und außerdem, dass ich meinen Rand halten solle, weil sie sonst das Englisch nicht verstehe.

Jack Nicholson, jetzt so sauber und gewaschen,dass die Szene nur ein Rückblick sein kann, bekommt von seinen Polizeikollegen eine Fischtrip nach Mexiko geschenkt. Offensichtlich ist es sein letzter Tag als Cop. Ein kleiner dicker Junge auf dem Snowmobil sieht einen langhaarigen Bombenleger (sprich: native american) und macht daraufhin eine grauenhafte Entdeckung, die dem Zuschauer verborgen bleibt. Nicholson verlässt seine eigene Party, eilt an den Ort des Verbrechens, gibt ein paar ehrfurchtsgebietende Anweisungen an die jungen, dümmlich grinsend im Beweismaterial herumstapfenden, grünschnäbligen Polizeiakdemisten, sieht die Leiche des ermordeten Mädchens, erteilt den Jungspunden den Tip, vielleichtein mal den, schon seit Stunden am Tatort im Polizeiwagen sitzenden und halb erfrorenen, Zeugen auf das Revier zu fahren, informiert die Eltern des Mädchens und muß der Mutter auf das Kreuz des Herren und bei seinem Seelenheil schwören, den Mörder zu finden.

Gut, damit hätten wir ja schon erfahren, warum der Film „The Pledge“ heißt. Außerdem wissen wir, dass man so etwas nicht tun soll. Auf sein Seelenheil schwören. Das kann nämlich für den Fall, dass die ganze Sache mit Gott und so wirklich stimmt, ganz schön, bzw. unbegrenzt lange „unheilvoll“ werden, wenn man nicht aufpasst, bzw. den Mörder nicht findet. Linda hat den oberen Rand der Bettdecke schon am Kinn hängen, um im Notfall, das heißt, falls zu spannend, selbige über den Kopf ziehen zu können. Da sie solche Sachen schon öfter gemacht hat, verkeile ich vorsorglich meinen Anteil der Decke unter den Armen, um nicht plötzlich unverschuldet irgendwelche Schlüsselszenen zu verpassen.

Ziemlich schnell wird ein junger, unterbelichteter Indianer mit ellenlangem Vorstrafenregister (Benicio del Toro) aus dem Sack gezaubert, der nach einem äußerst einfühlsamen Interview durch Nicholsons Kollegen gesteht, sich auf dem Weg zur Zelle den Revolver des Hilfssheriffs klaut und, selbstmordmäßig klassisch, sein Gehirn über die gesamte Polizeistation verteilt, die Inneneinrichtung dabei aber nicht wesentlich verschönert.

Mein Cineastenherz ahnt bereits Schlimmes. Ein Oscarpreisträger, der in einer 5-Minuten Szene verbraten wird, bedeutet nie etwas Gutes. Die Geschichte geht weiter, wie sie weitergehen muß. Der Zuschauer weiß natürlich bereits vorher Bescheid.

Nicholson glaubt nichts von dem Ganzen, pfeift auf seinen Angeltrip und stürzt sich in die alleinverantwortlichen Recherchen. Dabei stolpert er über zwei weitere Mädchenleichen, einen verheulten (versoffenen?) Mickey Rourke – Einsatz: genau zwei Minuten; schauspielerische Leistung: zum Heulen – und schließlich über eine Zeichnung von einem großen schwarzen Riesen, der einem kleinen Mädchen etwas zusteckt.

Spätestens jetzt müßte ich eigentlich das Sehvergnügen beenden, denn über den Laptopbildschirm flimmert eindeutig Sean Penns Adaption des Rühmann-Klassikers „Es geschah am hellichten Tag“ und wer diesen Film gesehen hat weiss, dass selbst das beste Remake elendiglich versagen muss. Ein Blick in Lindas gebanntes Gesicht gibt mir allerdings deutlich zu verstehen, dass sie das Original nicht kennt. Also schiebe ich mir noch einen Block Pizza in die Ladeluke, freunde mich mit dem Gedanken an, den Film nun aus vergleichender Perspektive zu betrachten und frage mich, wie sich Rühmann und Fröbe im amerikanischen Seenhinterland auf verrosteten Pick-ups machen würden.

Im weiteren Verlauf macht Nicholson eigentlich alles genauso wie Rühmann, nur ein wenig deutlicher, damit der Film auch in „abgestumpften“ US-amerikanischen Köpfen Sinn erzeugt. Z.B. bringt erst ein Angelwerbespot Nicholson auf den Gedanken, auf den Rühmann noch selbst gekommen ist. Lebende Köder sind besser als Tote! Man nehme sich also ein Kind, eine Tankstelle auf der Route des Killer, lege das Kind als Köder aus und warte dann, dass der Killer anbeißt. Dass tut er dann auch, nur – und hier trennt sich die Handlung vom Original - verunglückt er auf dem Weg zum Tatort tödlich, versetzt dabei Kind, sowie polizeiliches Einsatzkommando und lässt den mittlerweile von der Mutter des Kindes verlassenen Jack Nicholson für alle Ewigkeit auf sein Seelenheil warten. Der steht wie gehabt klagend, betend und versifft vor seiner Tankstelle…

So überraschend, so verstörend ist das Ende des Films. „Was hat sich Sean Penn denn dabei gedacht?“, ist mein erster Gedanke, während Linda nicht recht wahrhaben will, dass ein Hollywoodfilm mal kein Happy End hat. Und das an einem so schönen, gemütlichen, verregneten Nachmittag. Schande aber auch. Langsam fühle ich so ein klein wenig Ärger in mir aufsteigen. Wie kann man nur solch eine Vorlage so verhunzen? Der Film hätte doch die transzendente Keule gar nicht nötig gehabt. Erst recht, wenn sie die ursprüngliche ethische Frage, ob man das Leben eines Kindes riskieren darf, um zukünftige Verbrechen zu verhindern, so effektiv verdrängt. Als Linda noch eine Stunde später nicht glauben kann, dass Jack Nicholson so unmenschlich bestraft wird, muss ich mich ernsthaft fragen, ob der Film nicht doch tatsächlich so gut war, dass er seine beabsichtigte Wirkung erreicht hat. Das ärgert mich noch mehr und ich entschließe mich, einen deftigen Verriß des Filmes zu schreiben. Nicht unbedingt, weil er so schlecht war, sondern weil er unseren Nachmittag so durcheinander geworfen hat.

Also ran an den Computer, google anwerfen und erst einmal nach dem Original recherchieren. Dabei erfahre ich, dass Dürrenmatt das Drehbuch im Auftrag, also nicht sebstständig verfasst hatte, nicht sonderlich damit zufrieden war und anfang der 70er eine Neufassung unter dem Namen „Das Versprechen (The Pledge)“ veröffentlichte. Sean Penn hatte also nicht dazugedichtet und umgeschrieben. Es war Dürrenmatt selbst, der sich den Quatsch mit Seelenheil, Autounfall usw. ausgedacht hatte.

Was soll man denn davon halten? Sean Penn für die gute Umsetzung des Stoffs gratulieren. Dürrenmatt nachträglich verfluchen? Oder den Machern von „Es geschah am hellichten Tag“ gratulieren, dass sie den Film vollendeten, bevor der Schweizer Selbstdarsteller sein eigenes Werk verpfuschte?

Noch immer verwirrt?!

May 4, 2004

Angriff der Killer-Tampons

Filed under: Satirisches - word2go @ 9:38 am

Rayny(pointless to say, who she is), fragt sich, ob Tampons genauso süchtig machen können, wie Zigaretten.
Liebe Rayny, ich habe 16 Jahre lang geraucht, doch ich habe noch nie ein Tampon inhaliert, zumindest nicht absichtlich. Schon der Witz von dem Typen, der morgens neben einer schönen Frau aufwacht, vor den Badspiegel tritt und dann inbrünstig Gott anruft, dieser möge es einen Bindfaden sein lassen, verwandelt meinen Magen in einen rotierenden Rollmops. Allein die Existenz dieses Witzes verleitet zu der These, dass es bei diesem Gedanken mehreren Männern die Nackenhaare aufstellt, was die Suchtattribute erheblich schmälern dürfte.

-falsch-falsch-falsch-

Zudem ist, zumindest in monogamen Beziehungen, der Zugang zum Tampon stark eingeschränkt und auf wenige Tage pro Monat begrenzt, was für eine Suchtentwicklung nicht regelmäßig genug sein dürfte. Etwaige Eisbomben, über den Monat frisch gekühlt portioniert, könnten diese Beobachtung jedoch widerlegen. Doch selbst dann kann man nur von einem Fetischsuchtverhalten sprechen, jedoch nicht für eine Massengefährdung, wie sie durch den jährlichen Verzehr von 11,5 Litern unseres liebsten Suchtstoffs in Reinform entsteht, plädieren.

Allerdings schockiert mich die Tatsache, dass Tampons genauso tödlich sein können wie Zigaretten, doch gewaltig. TSS (toxic shock syndrome), nennt sich das Ganze und wer davon befallen ist, kann guten Gewissens behaupten, voll auf Streptokokken zu sein. Klingt ja auch schon ein wenig nach Droge. In Zukunft werde ich jedenfalls nicht mehr sofort an Sonnenbrand denken, wenn mir eine Dame mit hochrotem Kopf begegnet. Statt dessen erinnere ich mich lieber daran, dass ich wieder einmal meine Socken wechseln sollte. Dann ist die Lady kurz vor ihrem Ableben wenigstens noch als wandelnde Eselsbrücke nützlich gewesen.

Richtig!! (unökologisch sagt elsa)

So, gerade kommt ein Kumpel ins Zimmer, der hat ´ne Kiste Tampon-Light dabei. Wollen ja für den Anfang nicht übertreiben. Morgen erzähle ich Euch dann, wie’s gewürgt hat.

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