Chasing Amy
Die Bildzeitung straft mich dieser Tage Lügen. Scheinbar zumindest. In meinem Artikel „Wag the Tit“ über das Verhältnis zwischen Janet Jacksons Möpsen - bzw. dem schlaffen Minimöpschen das Justin Timberlake (un)beabsichtigter Weise freilegte – und den Massenmedien, hatte ich doch glatt vergessen, dass der gute alte „investigative“ (wie zur Bestätigung, dass dieses Wort nicht mehr existiert, unterringelt mir MS-Word den Ausdruck gerade) Journalismus in gewissen Subkulturen der schreibenden Journaille überlebt hat. Ja, es gibt auch unter Deutschlands Journalisten noch wahre, investigative politische Akteure die noch „News“ machen, anstatt sie lediglich aufzubereiten, auch wenn sie diese ihre Charaktereigenschaft wichsender Weise entdecken:
- „Boah, Alder, is das nich die Kleine aus diesem komischen Berlinalestreifen, die da grade von drei Typen flachgelegt wird?“ - „Ja krass ey, tatsächlich.“ – „Mann gibt dat ne Story, ruf mal gleich unten in der Redaktion an, die Jungs sollen sich da dran hängen. Und dann mach mal nen Anruf bei der Rechtsabteilung…aber das hat eigentlich Zeit“ – „Oh ja, oh, uh, ich komm’ gleich, ah…“ - „Fuck, du Pisser, ich hab dir schon hundert Mal gesagt, du sollst mir nich immer auf die Tastatur spritzen!“ – „Wow geile Idee, cool… da hast mich ja auf was gebracht ey, für den nächsten Titel. Hör mal, wie klingt das? Die ‚spritzige Anke’ he, honk, honk…“ – „Mann ey, mach dir auf die Socken, bevor uns die AZ die Story wegschnappt. Wer weiß was die grade gucken…“ -
So oder ähnlich mag die Entdeckung der „Pornosensation des Jahrtausends“ ausgesehen haben, was die taz dazu veranlasste, „Bild“ kollektiv als Pornographen zu brandmarken. Wunderschön, wie die Titelzeile auseinandergenommen und interpretiert wird. „Deutsche Kino-Diva ist in Wirklichkeit Pornodarstellerin.“ Die taz zeigt auf, wie geschickt die Schlagzeile mit der Identität der jungen Schauspielerin spielt und diese verändert.
Was die Redakteure von der taz nicht erwähnen ist, das „Bild“ auch mit unserer, also des Lesers, Identität herumhantiert. Hat es denn zur Pornoqueen nicht gelangt, die rein sprachbildlich doch viel schöner gewesen wäre? Nein, nur zur schnöden Darstellerin anscheinend. Wie weit kann man denn einen Menschen noch abwerten? „Bild“ suggeriert uns ganz deutlich, dass die Kleine den Erfolg nicht verdient hat. Dass sie nichts besonderes ist. Dass sie einfach nur Glück hatte. Sie hätte genauso gut noch zwanzig Jahre Schwänze lutschen können, ohne „entdeckt“ zu werden.
Neid und Häme! Auf nichts anderes als unsere niederen Instinkte zielt diese Schlagzeile ab. „Siehste, die is auch nich besser“, soll der einfache Bürger, also wir, sagen. - „Als ob der deutsche Film so etwas besonderes wäre. So etwas brauchen wir doch gar nicht. Pah, Kultur und das bei knapp 175tausend Millionen sonst irgendwas Arbeitslosen. Jedem geht’s schlecht, also warum soll’s dieser Besserkuh anders ergehen. Verdient hat sie’s! So was unmoralisches, mit Sex Geld verdienen.“ – Vielen Dank für die kleine Ethikle(e)re Herr Redakteur. Und noch viel Spaß mit der Prämie, die Du mit Sicherheit für diese Story bekommen hast. Buchstabenhure Du!
Dann hat sie halt eine Vergangenheit. Na und. Was ist so schlimm daran? Eigentlich gar nichts, was zeigt, dass der eigentliche Skandal ist, dass die Bildzeitung aus Nichts einen Skandal gemacht hat, der sowieso ein Skandal geworden wäre. Die Art und Weise ist entscheidend. Es macht einen Unterschied ob man schreibt, dass jemand früher mal Pornos gedreht hat, oder ob man schreibt, dass jemand richtig verdorben ist, weil er früher mal Pornos gedreht hat und die Auszeichnung deshalb gar nicht verdient hat. V.a. wenn man damit meint, dass überhaupt alle, die versuchen sich von der Masse abzuheben richtig schlechte Menschen, bzw. auch nicht besser sind. Und danke liebe (Titten)Bild(chen)redakteure, dass Ihr natürlich viel besser wisst, wer Sibel „wirklich“ ist. In Wirklichkeit seit Ihr nicht mal Pornographen. Ihr seid Katalogisierer, Abstempler, Polarisierer und geistige Brandstifter! Denn in Wirklichkeit stört Ihr Euch doch gar nicht an ihrer Pornovergangenheit. Seid ihr denn über Gina Wild hergezogen? Nein. Ihr seid doch nur zu feige, zu sagen, was ihr wirklich denkt, weil dann ganz Deutschland über Euch herziehen würde. Anstatt dessen versteckt ihr Euch hinter moralischen Kategorien und betreibt ein bisschen Volksverhetzung. Gut, dann bin halt ich so ehrlich und sage, was ihr stockkonservativen Kämmerchenwichser wirklich denkt:
„ALS TÜRKIN DREHT MAN KEINE PORNOS“
Dazu kann ich nur sagen: „Willkommen im 21. Jahrhundert, liebe Bildredakteure!
- „Boah, Alder, is das nich die Kleine aus diesem komischen Berlinalestreifen, die da grade von drei Typen flachgelegt wird?“ - „Ja krass ey, tatsächlich.“ – „Mann gibt dat ne Story, ruf mal gleich unten in der Redaktion an, die Jungs sollen sich da dran hängen. Und dann mach mal nen Anruf bei der Rechtsabteilung…aber das hat eigentlich Zeit“ – „Oh ja, oh, uh, ich komm’ gleich, ah…“ - „Fuck, du Pisser, ich hab dir schon hundert Mal gesagt, du sollst mir nich immer auf die Tastatur spritzen!“ – „Wow geile Idee, cool… da hast mich ja auf was gebracht ey, für den nächsten Titel. Hör mal, wie klingt das? Die ‚spritzige Anke’ he, honk, honk…“ – „Mann ey, mach dir auf die Socken, bevor uns die AZ die Story wegschnappt. Wer weiß was die grade gucken…“ -
So oder ähnlich mag die Entdeckung der „Pornosensation des Jahrtausends“ ausgesehen haben, was die taz dazu veranlasste, „Bild“ kollektiv als Pornographen zu brandmarken. Wunderschön, wie die Titelzeile auseinandergenommen und interpretiert wird. „Deutsche Kino-Diva ist in Wirklichkeit Pornodarstellerin.“ Die taz zeigt auf, wie geschickt die Schlagzeile mit der Identität der jungen Schauspielerin spielt und diese verändert.
Was die Redakteure von der taz nicht erwähnen ist, das „Bild“ auch mit unserer, also des Lesers, Identität herumhantiert. Hat es denn zur Pornoqueen nicht gelangt, die rein sprachbildlich doch viel schöner gewesen wäre? Nein, nur zur schnöden Darstellerin anscheinend. Wie weit kann man denn einen Menschen noch abwerten? „Bild“ suggeriert uns ganz deutlich, dass die Kleine den Erfolg nicht verdient hat. Dass sie nichts besonderes ist. Dass sie einfach nur Glück hatte. Sie hätte genauso gut noch zwanzig Jahre Schwänze lutschen können, ohne „entdeckt“ zu werden.
Neid und Häme! Auf nichts anderes als unsere niederen Instinkte zielt diese Schlagzeile ab. „Siehste, die is auch nich besser“, soll der einfache Bürger, also wir, sagen. - „Als ob der deutsche Film so etwas besonderes wäre. So etwas brauchen wir doch gar nicht. Pah, Kultur und das bei knapp 175tausend Millionen sonst irgendwas Arbeitslosen. Jedem geht’s schlecht, also warum soll’s dieser Besserkuh anders ergehen. Verdient hat sie’s! So was unmoralisches, mit Sex Geld verdienen.“ – Vielen Dank für die kleine Ethikle(e)re Herr Redakteur. Und noch viel Spaß mit der Prämie, die Du mit Sicherheit für diese Story bekommen hast. Buchstabenhure Du!
Dann hat sie halt eine Vergangenheit. Na und. Was ist so schlimm daran? Eigentlich gar nichts, was zeigt, dass der eigentliche Skandal ist, dass die Bildzeitung aus Nichts einen Skandal gemacht hat, der sowieso ein Skandal geworden wäre. Die Art und Weise ist entscheidend. Es macht einen Unterschied ob man schreibt, dass jemand früher mal Pornos gedreht hat, oder ob man schreibt, dass jemand richtig verdorben ist, weil er früher mal Pornos gedreht hat und die Auszeichnung deshalb gar nicht verdient hat. V.a. wenn man damit meint, dass überhaupt alle, die versuchen sich von der Masse abzuheben richtig schlechte Menschen, bzw. auch nicht besser sind. Und danke liebe (Titten)Bild(chen)redakteure, dass Ihr natürlich viel besser wisst, wer Sibel „wirklich“ ist. In Wirklichkeit seit Ihr nicht mal Pornographen. Ihr seid Katalogisierer, Abstempler, Polarisierer und geistige Brandstifter! Denn in Wirklichkeit stört Ihr Euch doch gar nicht an ihrer Pornovergangenheit. Seid ihr denn über Gina Wild hergezogen? Nein. Ihr seid doch nur zu feige, zu sagen, was ihr wirklich denkt, weil dann ganz Deutschland über Euch herziehen würde. Anstatt dessen versteckt ihr Euch hinter moralischen Kategorien und betreibt ein bisschen Volksverhetzung. Gut, dann bin halt ich so ehrlich und sage, was ihr stockkonservativen Kämmerchenwichser wirklich denkt:
„ALS TÜRKIN DREHT MAN KEINE PORNOS“
Dazu kann ich nur sagen: „Willkommen im 21. Jahrhundert, liebe Bildredakteure!


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